Sommerflorum 2021

Schon wieder vorbei: Die zweitägige Messe hat nach der langen Zeit des Abstandhaltens die Holsteiner Kollegen zusammen gebracht und hielt zahlreiche sehr gute Vorträge bereit

Betriebsleiter Eckard Rode und Bettina Stoldt 
am Bradfisch-Messestand

Zwei Tage Anfang September im Gartenbaukompetenz-zentrum Ellerhoop-Thiensen und eine Besuchswoche in den Betrieben - das ist die Sommerflorum 2021

Auch wenn die Kundenneukontakte auf der Messe selbst die Ausnahme waren, hat sich die Veranstaltung auf jeden Fall gelohnt. Die Baumschule wurde aufgeräumt und steht somit schon in den Startlöchern für den Herbstversand.


Die Kollegen bringen an einem unserer drei 
ausgestellten Lieblingsbäume auf der 
Ausstellungsfläche 'Holsteiner Schaufenster' 
noch das Info-Schild an: Acer rubrum 'October Glory'


Auch haben wir uns über den Besuch von Kollegen aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in der Baumschule gefreut. 

Die Vorträge an den beiden Messetagen waren wie auch schon auf den vergangenen FLORUM-Veranstaltungen interessant, unterhaltsam und immer sehr praxisbezogen

Leidenschaft und Pragmatismus von Klaus Körber von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim zu den Themen Zukunftsgehölze/ Gehölzsortimente und Biodiversität ließen seine Vorträge viel zu früh enden.

Dr. Andreas Wrede von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein erläuterte erste Ergebnisse ('Trends') eines Forschungsprojektes zu Klimawandelbäumen, das in vier Städten in S-H (Heide, Husum, Kiel und Lübeck) zwischen 2016 und 2019 durchgeführt wurde. 

Unverständlich, dass für eine längeren Betrachtungszeitraum zu diesem für unsere Städte unglaublichen wichtigem Thema nicht bewilligt wurde - da können wir nur neidisch nach Bayern schauen, wo ein vergleichbares Projekt mit dem Titel Stadtgrün 2021 seit 2010(!) läuft.





Kontrovers (zumindest im Nachgang...) ging es bei Prof. Hartmut Balder zu und seinen Ansichten zum Thema Grünes Stadtmanagement zu. Seiner Kernaussage, dass sich die Baumschulen viel stärker interessieren (und einmischen) müssten, wohin Bäume gepflanzt werden (Standort und Standortbedingungen), möchten wir antworten:

Dafür gibt es (hoffentlich) gut ausgebildete Landschaftsarchitektinnen und Landschafts-architekten, deren Grundkompetenz die Pflanzenverwendung sein sollte. Am zweiten Messetag waren erfreulicherweise auch eine Reihe von Planern z.B. vom Kieler Büro Bendfeldt Herrmann Franke Landschaftsarchitekten dabei.

Wir als Pflanzenproduzenten wollen und müssen uns auf die ständig steigenden Herausforderungen in der Baumproduktion konzentrieren und so unseren Beitrag leisten für das begehrte Ausgangsmaterial 'Baum'. 

Ob die Bäume zukünftig mit oder ohne Ballen oder als Containerbäume gepflanzt werden - nun, das scheint sich mittlerweile eher eine Art Philosophie auszuwachsen und weniger auf Grundlage handfester wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen entschieden zu werden.

An unserem Stand haben unser Betriebsleiter Eckard Rode und Prof. Hartmut Balder jedenfalls noch munter diskutiert.

Addiert man alle Faktoren, die von Dr. Andreas Wrede in seinem Vortrag als unerlässlich für eine erfolgreiche Baumpflanzung aufgezählt werden (u.a. 8 bis 16(!) Wässerungsgänge je neugepflanztem Baum mit je 100 bis 150 Liter je Durchgang sowie Herstellung einer Stammschattierung und deren Instandhaltung über eine Dauer von 10 Jahren), dann erscheinen die Kosten für den Baum selbst fast schon nachrangig...

Absolut nicht nachrangig war der Messefaktor 'Kollegen treffen'. Nach der langen Zeit des Abstandes zählte der persönliche Austausch auf jeden Fall zu den Highlights der Messe.

Für die nächste Messe wünschen wir uns, dass noch mehr Kollegen aus unserem Gebiet Präsenz zeigen und wir professionelle Messen und Auftritte nicht unseren Kollegen aus dem Oldenburger Baumschulgebiet überlassen. 

Unser ausdrücklicher Dank geht an die Organisatoren und Moderatoren.


Florum? Sind wir wieder dabei!


Veröffentlicht in Baumschule am 02.09.2021 18:15 Uhr.

Die beliebtesten Gartenpflanzen

Worauf tippen Sie? Wir haben uns daran gemacht, die Lieblingspflanzen professioneller Gartenplaner zu erkunden.




Recherchen fördern allerhand Listen und Aufzählungen zu Tage. Die bei der Google-Stichwortsuche ‚Beliebteste Pflanzen Garten‘ Top platzierten Seite mit 'Hitlisten' verraten leider nicht, woraus diese Listen ermittelt wurden.


Die Aufgabe, die beliebtesten Gartenpflanzen zu ermitteln, hat ihren Reiz, auch wenn derartige Listen nicht unbedingt dazu geeignet sein werden, unsere Anbauplanung durcheinander zu wirbeln.


Auf jeden Fall bedarf es aber einer gewissen Beschränkung, um das Vorhaben überhaupt in den Griff zu bekommen. 

 

Daher stellen wir unseren Listen folgende Prämissen voran:


1. Die Aufstellungen dienen (auch) der Unterhaltung und sind womöglich nicht repräsentativ für die Gesamtheit von Gärten, denn:


2. Es werden nur Pflanzenauswahlen aus einer überschaubaren Menge veröffentlichter Gartenprojekten berücksichtigt, die professionell geplant und angelegt werden


Wie wir vorgegangen sind und welche Hitlisten und Erkenntnisse wir gewonnen haben, das können Sie hier nachlesen: 



https://bradfisch.de/pflanzenverwendung/beliebte-pflanzen.html



Vielleicht tippen Sie gedanklich einfach mal die Top-Plazierungen in den Kategorien Bäume, Sträucher, Hecken, Klettergehölze, Gräser sowie Stauden.


Und - lagen Sie richtig?


Viel Erfolg - und gute Unterhaltung!




Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 27.08.2021 12:32 Uhr.

Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung!

Wir freuen uns über zwei frisch gebackene GärtnerInnen und begrüßen sie in unserem Produktionsteam

Freuen sich über ihre bestandene Prüfung zur 
Gärtnerin/ zum Gärtner, Fachrichtung Baumschule: 
Yasmin und Jannik

Zur Feier des Tages haben die beiden leckere Pizza für die ganze Belegschaft ausgegeben. Danke!

Wir wünschen Euch alles Gute zum Start in den Beruf und freuen uns sehr, dass Ihr dem Bradfisch-Team zunächst einmal treu bleibt und bei uns weitere Erfahrungen sammeln möchtet.



Veröffentlicht in Ausbildung am 27.08.2021 12:27 Uhr.

Ausbildungsstart 2021

Das neue Ausbildungsjahr startet für uns mit einer sehr guten Nachricht


Starterpaket von der Fa. Hermann Meyer KG: 

Schere, Wetzstein, Maßband, Messer, Mütze 

und Lektüre - und das ganze im schönen Beutel!


Das neue Ausbildungsjahr startet für uns als langjähriger Ausbildungsbetrieb mit einer sehr guten Nachricht: Wir bilden auch in diesem Jahr wieder aus! Unsere neue Kollegin Renné konnten wir heute mit einem tollen Starterpaket der Fa. Hermann Meyer KG und dazu einer unserer exklusiven Bradfisch-Kaffeetassen begrüßen.


Wir wünschen Dir einen guten Start in die Ausbildung, die am Montag beginnt.



... und unser Bradfischbecher für den Kaffee der Frühstückspause


Mit solche Goodies allein lassen sich neue Auszubildende ganz bestimmt nicht in die Baumschulen locken - aber eine gute Ausbildung in einem tollen Team und dazu in einem Beruf in der Grünen Branche ist attraktiv und hat Zukunft: Unsere Auszubildenden stellten in den vergangenen Jahren vielfach die Jahrgangsbesten des Landes Schleswig-Holstein.


Viel wichtiger als solche Spitzenleistungen erscheint uns Ausbildungsbereitschaft als Investition in die Zukunft junger Menschen und damit in den so dringend benötigten Nachwuchs für unsere überschaubar große Baumschulbranche


Dass Mitbewerber, die in ihren Betrieben selbst bislang nicht ausbilden, aus Mangel an gärtnerischem Fachpersonal womöglich besonders händeringend nach ebendiesem suchen, ist uns nur ein schwacher Trost.


Wir sind stolz und freuen uns daher ganz besonders, dass sich uns unsere beiden frisch gebackenen GärtnerInnen aus dem diesjährigen Abschlussjahrgang entschieden haben, unser Produktionsteam auch künftig zu verstärken. 


Mehr Infos zur Ausbildung zur Gärtnerin/ zum Gärtner, Fachrichtung Baumschule bieten wir auch auf unserer Homepage unter 'Aktuelles'.


Auf der Webseite zukunftgruen.de des BdB (Bund deutscher Baumschulen) finden sich viele weitere Infos und Links zum Thema Ausbildung in der Grünen Branche.




Veröffentlicht in Ausbildung am 30.07.2021 16:00 Uhr.

Haben Sie schon einmal vom Harzer gehört?

Nein, weder der Magermilchkäse aus Sauermilch noch der Einwohner des Harzes sind gemeint und schon gar nicht ALG-II-Bezieher, denen dann auch noch das ‚t‘ fehlen würde. 

        
Rätselhafte Fischgrätmuster auf Kiefernstämmen


Uns ist dieser Begriff im Urlaub begegnet:


Gemeint ist ein alter, weitgehend in Vergessenheit geratener, einstmals sehr anstrengender Handwerksberuf im Wald.


Auf Wegen durch den Darßer Urwald tauchen am Wegesrand aus teils fast mannshohem Königsfarn (Osmunda regalis) Baumstämme mit merkwürdigen Fischgrät-Schnitzerein auf. Doch diese V-förmigen Rillenschnitte vor allem an Waldkiefern (Pinus sylvestris) sind nicht etwa Kunst oder Materpfähle, sondern letzte Zeugnisse einer Waldnutzung, dessen Verfahren zur Harzgewinnung mittlerweile über 100 Jahre alt ist. 


Die Harznutzung in Deutschland ist bereits seit dem Mittelalter bekannt. Sogenannte ‚Harzer‘ pachteten sich ein Stück Nadelwald und bearbeiteten die Baumstämme mit schräg nach unten verlaufenden Einkerbungen. Aus diesen als Harzlachten bezeichneten Einkerbungen trat im Sommer das Harz aus, dass am Grund der Einkerbungen aufgefangen wurde. 


Die Nutzung des Baumes musste wohlüberlegt werden: Wurde die Rinde zu großflächig beschädigt, ging der Baum zugrunde. Die Kerben müssen für den Harzfluss kontinuierlich nachgeschlagen werden.


Im Mittelalter wurde das so gewonnene Harz zu Siedepech verkocht, einer schwarzen, teerartigen Masse, die beispielsweise Böttcher zur Abdichtung ihrer Fässer, Bootsbauer zur Abdichtung von Nähten an hölzernen Rümpfen oder Stellmacher zur Schmierung der Wagenräder von Pferdewagen verwendeten.


Aus der Rohstoffknappheit an Harzprodukten während des Ersten Weltkrieges begann etwa 1915 die intensive „Harzung“, die während der faschistischen Herrschaft des 3. Reiches während des Zweiten Weltkrieges nochmals intensiviert wurde. 


Scharf auf Harzprodukte war das ‚Reichsharzamt‘ (!) jetzt nicht mehr wegen der Eigenschaften für die Abdichtung von Fässern oder als Wagenschmiere. Für die Kriegswirtschaft wichtig waren die aus dem Baumharz gewinnbaren Grundstoffe Kolophonium und Terpentinöl als Ausgangsstoffe für Farben und Sprengstoffe.

 

In der DDR wurde nach 1945 dieses Handwerk als Devisenbringer großflächig beibehalten. Maßgabe wurde, keine Kiefer über 80 Jahre zu fällen, die nicht zuvor geharzt wurde.


Zur Spitzenzeit 1961 wurden in ostdeutschen Nadelwäldern immerhin 16.000 t Harz gewonnen. Die durchschnittliche jährlich Ausbeute von etwa 12.000 t entsprach etwa 1% der Rohharz-Weltproduktion. Umfangreiche Harzgewinnung wurde auch in weiteren Ostblockländern, den Wäldern der Türkei, Griechenland, Portugal und Süditalien betrieben.


Im südlichen Niederösterreich wird die Harzgewinnung als Pecherei bezeichnet und seit dem 17. Jahrhundert betrieben. Das Harz der dort verbreiteten Österreichischen Schwarzföhre (Pinus nigra ssp. nigra austriaca) ist besonders hochwertig und macht das Pech aus Österreich zu einem der besten weltweit. Im Jahr 2011 wurde die ‚Pecherei‘ in Niederösterreich von der UNESCO in das Verzeichnis des immateriallen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. 


Das Handwerk selbst kam dort jedoch bereits in den 1960er Jahren als Folge des Preisverfalls und billigeren Ersatzstoffen der chemischen Industrie allmählich zum Erliegen.

 

Ein Harzer in der DDR erntete durchschnittlich etwa 8 bis 9 Tonnen Harz je Saison. Das Ende der DDR führte 1990 auch zum Ende des Harzens – immerhin befanden sich zuletzt 21.000 ha Wald in der ‚Harzung‘.

 

          

Harzlachten überwallen nach und nach 

(Kiefer am Wiecker Postweg zwischen 

Born a. Darß und Wieck)


Über 30 Jahre nach Ende dieser Waldnutzung wurden viele dieser angeritzten Kiefern längst gefällt und Flächen neu aufgeforstet. Die letzten Kiefernstämme mit Harzlachten überwallen mehr und mehr und sind letzte Zeugnisse eines ausgestorbenen Handwerks


Und sie zeigen die Widerstandsfähigkeit von Schwarzkiefern auch bei Stammbeschädigungen! 


Wir werden Ihnen Schwarzkiefern selbstverständlich auch künftig mit vollständig intakter Rinde ausliefern!





Quellen:

Berufe-dieser-welt.de

Moz.de: Spuren der Harzgewinnung auch nach 30 Jahren zu sehen (26.07.2019)

Nordkurier.de: Ganz schön klebrig: Das Harzen (27.05.2013)

Wikipedia.de/ Eintrag Pecherei




Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 15.07.2021 11:12 Uhr.

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Inh.: Bettina Stoldt, Dipl.-Ing. agr. (FH)

… die gute Schule für Ihre Pflanzen

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