Ausbildungsstart 2021

Das neue Ausbildungsjahr startet für uns mit einer sehr guten Nachricht


Starterpaket von der Fa. Hermann Meyer KG: 

Schere, Wetzstein, Maßband, Messer, Mütze 

und Lektüre - und das ganze im schönen Beutel!


Das neue Ausbildungsjahr startet für uns als langjähriger Ausbildungsbetrieb mit einer sehr guten Nachricht: Wir bilden auch in diesem Jahr wieder aus! Unsere neue Kollegin Renné konnten wir heute mit einem tollen Starterpaket der Fa. Hermann Meyer KG und dazu einer unserer exklusiven Bradfisch-Kaffeetassen begrüßen.


Wir wünschen Dir einen guten Start in die Ausbildung, die am Montag beginnt.



... und unser Bradfischbecher für den Kaffee der Frühstückspause


Mit solche Goodies allein lassen sich neue Auszubildende ganz bestimmt nicht in die Baumschulen locken - aber eine gute Ausbildung in einem tollen Team und dazu in einem Beruf in der Grünen Branche ist attraktiv und hat Zukunft: Unsere Auszubildenden stellten in den vergangenen Jahren vielfach die Jahrgangsbesten des Landes Schleswig-Holstein.


Viel wichtiger als solche Spitzenleistungen erscheint uns Ausbildungsbereitschaft als Investition in die Zukunft junger Menschen und damit in den so dringend benötigten Nachwuchs für unsere überschaubar große Baumschulbranche


Dass Mitbewerber, die in ihren Betrieben selbst bislang nicht ausbilden, aus Mangel an gärtnerischem Fachpersonal womöglich besonders händeringend nach ebendiesem suchen, ist uns nur ein schwacher Trost.


Wir sind stolz und freuen uns daher ganz besonders, dass sich uns unsere beiden frisch gebackenen GärtnerInnen aus dem diesjährigen Abschlussjahrgang entschieden haben, unser Produktionsteam auch künftig zu verstärken. 


Mehr Infos zur Ausbildung zur Gärtnerin/ zum Gärtner, Fachrichtung Baumschule bieten wir auch auf unserer Homepage unter 'Aktuelles'.


Auf der Webseite zukunftgruen.de des BdB (Bund deutscher Baumschulen) finden sich viele weitere Infos und Links zum Thema Ausbildung in der Grünen Branche.




Veröffentlicht in Ausbildung am 30.07.2021 16:00 Uhr.

Haben Sie schon einmal vom Harzer gehört?

Nein, weder der Magermilchkäse aus Sauermilch noch der Einwohner des Harzes sind gemeint und schon gar nicht ALG-II-Bezieher, denen dann auch noch das ‚t‘ fehlen würde. 

        
Rätselhafte Fischgrätmuster auf Kiefernstämmen


Uns ist dieser Begriff im Urlaub begegnet:


Gemeint ist ein alter, weitgehend in Vergessenheit geratener, einstmals sehr anstrengender Handwerksberuf im Wald.


Auf Wegen durch den Darßer Urwald tauchen am Wegesrand aus teils fast mannshohem Königsfarn (Osmunda regalis) Baumstämme mit merkwürdigen Fischgrät-Schnitzerein auf. Doch diese V-förmigen Rillenschnitte vor allem an Waldkiefern (Pinus sylvestris) sind nicht etwa Kunst oder Materpfähle, sondern letzte Zeugnisse einer Waldnutzung, dessen Verfahren zur Harzgewinnung mittlerweile über 100 Jahre alt ist. 


Die Harznutzung in Deutschland ist bereits seit dem Mittelalter bekannt. Sogenannte ‚Harzer‘ pachteten sich ein Stück Nadelwald und bearbeiteten die Baumstämme mit schräg nach unten verlaufenden Einkerbungen. Aus diesen als Harzlachten bezeichneten Einkerbungen trat im Sommer das Harz aus, dass am Grund der Einkerbungen aufgefangen wurde. 


Die Nutzung des Baumes musste wohlüberlegt werden: Wurde die Rinde zu großflächig beschädigt, ging der Baum zugrunde. Die Kerben müssen für den Harzfluss kontinuierlich nachgeschlagen werden.


Im Mittelalter wurde das so gewonnene Harz zu Siedepech verkocht, einer schwarzen, teerartigen Masse, die beispielsweise Böttcher zur Abdichtung ihrer Fässer, Bootsbauer zur Abdichtung von Nähten an hölzernen Rümpfen oder Stellmacher zur Schmierung der Wagenräder von Pferdewagen verwendeten.


Aus der Rohstoffknappheit an Harzprodukten während des Ersten Weltkrieges begann etwa 1915 die intensive „Harzung“, die während der faschistischen Herrschaft des 3. Reiches während des Zweiten Weltkrieges nochmals intensiviert wurde. 


Scharf auf Harzprodukte war das ‚Reichsharzamt‘ (!) jetzt nicht mehr wegen der Eigenschaften für die Abdichtung von Fässern oder als Wagenschmiere. Für die Kriegswirtschaft wichtig waren die aus dem Baumharz gewinnbaren Grundstoffe Kolophonium und Terpentinöl als Ausgangsstoffe für Farben und Sprengstoffe.

 

In der DDR wurde nach 1945 dieses Handwerk als Devisenbringer großflächig beibehalten. Maßgabe wurde, keine Kiefer über 80 Jahre zu fällen, die nicht zuvor geharzt wurde.


Zur Spitzenzeit 1961 wurden in ostdeutschen Nadelwäldern immerhin 16.000 t Harz gewonnen. Die durchschnittliche jährlich Ausbeute von etwa 12.000 t entsprach etwa 1% der Rohharz-Weltproduktion. Umfangreiche Harzgewinnung wurde auch in weiteren Ostblockländern, den Wäldern der Türkei, Griechenland, Portugal und Süditalien betrieben.


Im südlichen Niederösterreich wird die Harzgewinnung als Pecherei bezeichnet und seit dem 17. Jahrhundert betrieben. Das Harz der dort verbreiteten Österreichischen Schwarzföhre (Pinus nigra ssp. nigra austriaca) ist besonders hochwertig und macht das Pech aus Österreich zu einem der besten weltweit. Im Jahr 2011 wurde die ‚Pecherei‘ in Niederösterreich von der UNESCO in das Verzeichnis des immateriallen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. 


Das Handwerk selbst kam dort jedoch bereits in den 1960er Jahren als Folge des Preisverfalls und billigeren Ersatzstoffen der chemischen Industrie allmählich zum Erliegen.

 

Ein Harzer in der DDR erntete durchschnittlich etwa 8 bis 9 Tonnen Harz je Saison. Das Ende der DDR führte 1990 auch zum Ende des Harzens – immerhin befanden sich zuletzt 21.000 ha Wald in der ‚Harzung‘.

 

          

Harzlachten überwallen nach und nach 

(Kiefer am Wiecker Postweg zwischen 

Born a. Darß und Wieck)


Über 30 Jahre nach Ende dieser Waldnutzung wurden viele dieser angeritzten Kiefern längst gefällt und Flächen neu aufgeforstet. Die letzten Kiefernstämme mit Harzlachten überwallen mehr und mehr und sind letzte Zeugnisse eines ausgestorbenen Handwerks


Und sie zeigen die Widerstandsfähigkeit von Schwarzkiefern auch bei Stammbeschädigungen! 


Wir werden Ihnen Schwarzkiefern selbstverständlich auch künftig mit vollständig intakter Rinde ausliefern!





Quellen:

Berufe-dieser-welt.de

Moz.de: Spuren der Harzgewinnung auch nach 30 Jahren zu sehen (26.07.2019)

Nordkurier.de: Ganz schön klebrig: Das Harzen (27.05.2013)

Wikipedia.de/ Eintrag Pecherei




Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 15.07.2021 11:12 Uhr.

Holunderblütenpfannkuchenzeit

Der Holunder blüht - ein tolles Wildgehölz! Aus den Doldenblüten lässt sich Holunderblütensirup selber machen. Das dauert - unser Pfannkuchenrezept mit Holunderblüten geht schneller

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) 
blüht ab Ende Mai, 2021 im Norden öffnen 
sich die Dolden aufgrund des kalten Frühjahrs 
allerdings erst im Juni


Schon seit letztem Herbst beschäftigen wir uns näher mit dem Thema Wildobst und werden uns wohl bis zu diesem Herbst noch weiter beschäftigen, um auch noch früh reifenden Früchte wie Aronie, Felsenbirne oder Mahonie testen zu können.

 

Denn weil Wildobst jenseits trockener Botanikfakten den ganz besonderen Genussfaktor mitbringt, möchten wir die Verwendung der Wildobstfrüchte unbedingt selbst ausprobieren. 

 

Nach der Gelee- bzw. Marmeladenherstellung aus Brombeeren, Zieräpfeln, Hagebutten und Schlehen im letzten Herbst probieren wir jetzt Schwarzen Holunder (Sambucus nigra), auch bekannt als Fliederbeere. Die Beeren, die sich zu Saft verarbeiten lassen, sind jedoch erst im August bis September erntereif.

 

Jetzt blüht der Holunder in seinen typischen weißen Blütendolden auch bei uns im Garten hinter dem Komposthaufen – und wir probieren Holunderblütenpfannkuchen aus.




frisch geschnittene Blüten: am besten nur 

voll geöffnete Exemplare verwenden, um in den

 Genuss des vollen Geschmacks zu kommen



Als Grundlage für die Holunderblütenpflannkuchen dient ein ganz normaler Pflannkuchenteig (Mengen für 4 Personen ‚satt‘):

 

250 g Mehl

Prise Salz

375 ml Milch

4 Eier

(2 - 3 EL Holunderblütensirup)

 

Eier trennen und das Eigelb mit Mehl, Salz und Milch verquirlen. Wer Holunderblütensirup hat, kann davon für einen noch intensiveren Holundergeschmack 2 oder 3 EL unter den Teig heben.

 

Teig etwa 30 min quellen lassen. 

 

Vor dem Braten Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben.


Für das Topping etwa 16 voll erblühte (und hoffentlich kräftig duftende!) Holunderblütendolden schneiden und abschütteln. Die Blüten können auch in einer Schüssel mit Wasser vorsichtig geschwenkt werden und anschließend auf einem Küchenhandtuch abtrocknen. Allerdings geht beim Waschen der aromatische Pollen verloren.



Beim Waschen der Blüten geht leider 

Geschmack verloren

 


Für die Verwendung der Blüten mit dem Pfannkuchenteig gibt es jetzt mindestens zwei Möglichkeiten: Entweder werden die kleinen Einzelblüten vor dem Braten von den Stängeln getrennt – das ist etwas aufwändiger und funktioniert z.B. mit einem Kamm ganz gut. Die Blüten werden dann einfach auf den Pfannkuchenteig in der Pfanne gestreut und mitgebraten.

 

Oder die Blütendolden werden kopfüber tief in den fluffigen Teig in der Pfanne gesteckt. Sobald der Teig fest wird, lassen sich die Stängel mit einer Küchenschere direkt über dem Teig abschneiden.


Jetzt kommt der fluffige Pflannkuchenteig in das heiße Öl der Pfanne – ich brate meistens nur jeweils 3 kleine Pfannküchlein aus jeweils einem großen Esslöffel Teig. Diese Minipfannkuchen lassen sich erstens einfacher wenden lassen und haben zweitens die perfekte Größe für genau eine Holunderblütendolde!




Die Dolden werden kopfüber in den durch das untergehobene steif geschlagene Einweiß schön

fluffigen Pfannkuchenteig eingetaucht 



Sobald der Teig fest wird, lassen sich die 

Stängel direkt über dem Teig abschneiden


Pfannküchlein wenden und braten, bis der Teig fest und eine appetitliche Bräunung zeigt.


Bei uns wurden die Holunderblütenpfannkuchen mit Erdbeerquark und Zimt und Zucker genossen. 





Guten Appetit!




Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 10.06.2021 9:59 Uhr.

Bradfisch bei Instagram

Ungesundes Körperbild und Schönheitswahn? Das werden wir Ihnen mit unserem neuen Instagram-Account horstbradfisch ganz sicherlich nicht vermitteln...







Warum sind wir jetzt denn überhaupt dabei? 


Wir wollen nicht nur schöne Bilder zeigen - denn auf unserer Webseite finden Sie fachlich fundierte Infos zu Pflanzengruppen und zur Pflanzenverwendung.

 

Über horstbradfisch auf Instagram können wir in unmittelbarer digitaler Nachbarschaft zu Ihnen schneller und mit mehr Reichweite auf neue und aus unserer Sicht lesenswerte Inhalte auf bradfisch.de aufmerksam machen. 

 

Die sind meistens sehr umfangreich, gelegentlich mit spitzer Feder verfasst und – wie wir hoffen – für Sie ausreichend inhaltsschwer wie unterhaltsam und damit Grund genug, uns auch auf Instagram zu folgen. 

 

Wir freuen uns darüber!



Veröffentlicht in Baumschule am 30.05.2021 14:51 Uhr.

Böse Hecken

Weil sie der Umwelt schaden und giftig sind, wollen einige Naturschützer Thuja, Kirschlorbeer und Rhododendron verbieten lassen


Waffenschieber? Nein, Baumschuler...

Als Baumschulbetrieb sind wir weder Waffenschmiede noch handeln wir mit Waffen. Dachten wir bisher. Doch wir sind Beteiligte in einem erbittert geführten Kampf - und wir produzieren und liefern die Munition ...


Munitionsdepot im Folientunnel: 
Prunus laurocerasus (Kirschlorbeer) im Container


Es geht um den Kulturkampf um exotische Gehölze in unseren Gärten. Besonders erbittert wird zwischen Naturschützern auf der einen und privaten Gartenbesitzern und damit Endkunden als Pflanzenverwender gestritten, wenn es um Kirschlorbeer, Thuja und Rhododendron geht.

Das sind die drei Hauptvertreter einer Reihe aus Sicht von Naturschützern 'ökologisch toter Pflanzen'.


„Saat des Bösen“



titelt DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 18/2021 einen zweiseitigen Artikel. Damit erfährt der Kulturkampf zusätzliche Aufmerksamkeit. 




Böse? Thuja und Kirschlorbeer


Wir nutzen dies als Gelegenheit und sehen es als Verpflichtung, als Produzentin der 'Munition' Stellung zu beziehen. 

Lesen Sie unseren Beitrag auf unserer Webseite unter dem Titel "Thuja und Kirschlorbeer roden und verbieten? Böse Hecken".





Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 22.05.2021 10:59 Uhr.

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Inh.: Bettina Stoldt, Dipl.-Ing. agr. (FH)

… die gute Schule für Ihre Pflanzen

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