Holunderblütenpfannkuchenzeit

Der Holunder blüht - ein tolles Wildgehölz! Aus den Doldenblüten lässt sich Holunderblütensirup selber machen. Das dauert - unser Pfannkuchenrezept mit Holunderblüten geht schneller

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) 
blüht ab Ende Mai, 2021 im Norden öffnen 
sich die Dolden aufgrund des kalten Frühjahrs 
allerdings erst im Juni


Schon seit letztem Herbst beschäftigen wir uns näher mit dem Thema Wildobst und werden uns wohl bis zu diesem Herbst noch weiter beschäftigen, um auch noch früh reifenden Früchte wie Aronie, Felsenbirne oder Mahonie testen zu können.

 

Denn weil Wildobst jenseits trockener Botanikfakten den ganz besonderen Genussfaktor mitbringt, möchten wir die Verwendung der Wildobstfrüchte unbedingt selbst ausprobieren. 

 

Nach der Gelee- bzw. Marmeladenherstellung aus Brombeeren, Zieräpfeln, Hagebutten und Schlehen im letzten Herbst probieren wir jetzt Schwarzen Holunder (Sambucus nigra), auch bekannt als Fliederbeere. Die Beeren, die sich zu Saft verarbeiten lassen, sind jedoch erst im August bis September erntereif.

 

Jetzt blüht der Holunder in seinen typischen weißen Blütendolden auch bei uns im Garten hinter dem Komposthaufen – und wir probieren Holunderblütenpfannkuchen aus.




frisch geschnittene Blüten: am besten nur 

voll geöffnete Exemplare verwenden, um in den

 Genuss des vollen Geschmacks zu kommen



Als Grundlage für die Holunderblütenpflannkuchen dient ein ganz normaler Pflannkuchenteig (Mengen für 4 Personen ‚satt‘):

 

250 g Mehl

Prise Salz

375 ml Milch

4 Eier

(2 - 3 EL Holunderblütensirup)

 

Eier trennen und das Eigelb mit Mehl, Salz und Milch verquirlen. Wer Holunderblütensirup hat, kann davon für einen noch intensiveren Holundergeschmack 2 oder 3 EL unter den Teig heben.

 

Teig etwa 30 min quellen lassen. 

 

Vor dem Braten Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben.


Für das Topping etwa 16 voll erblühte (und hoffentlich kräftig duftende!) Holunderblütendolden schneiden und abschütteln. Die Blüten können auch in einer Schüssel mit Wasser vorsichtig geschwenkt werden und anschließend auf einem Küchenhandtuch abtrocknen. Allerdings geht beim Waschen der aromatische Pollen verloren.



Beim Waschen der Blüten geht leider 

Geschmack verloren

 


Für die Verwendung der Blüten mit dem Pfannkuchenteig gibt es jetzt mindestens zwei Möglichkeiten: Entweder werden die kleinen Einzelblüten vor dem Braten von den Stängeln getrennt – das ist etwas aufwändiger und funktioniert z.B. mit einem Kamm ganz gut. Die Blüten werden dann einfach auf den Pfannkuchenteig in der Pfanne gestreut und mitgebraten.

 

Oder die Blütendolden werden kopfüber tief in den fluffigen Teig in der Pfanne gesteckt. Sobald der Teig fest wird, lassen sich die Stängel mit einer Küchenschere direkt über dem Teig abschneiden.


Jetzt kommt der fluffige Pflannkuchenteig in das heiße Öl der Pfanne – ich brate meistens nur jeweils 3 kleine Pfannküchlein aus jeweils einem großen Esslöffel Teig. Diese Minipfannkuchen lassen sich erstens einfacher wenden lassen und haben zweitens die perfekte Größe für genau eine Holunderblütendolde!




Die Dolden werden kopfüber in den durch das untergehobene steif geschlagene Einweiß schön

fluffigen Pfannkuchenteig eingetaucht 



Sobald der Teig fest wird, lassen sich die 

Stängel direkt über dem Teig abschneiden


Pfannküchlein wenden und braten, bis der Teig fest und eine appetitliche Bräunung zeigt.


Bei uns wurden die Holunderblütenpfannkuchen mit Erdbeerquark und Zimt und Zucker genossen. 





Guten Appetit!




Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 10.06.2021 9:59 Uhr.

Bradfisch bei Instagram

Ungesundes Körperbild und Schönheitswahn? Das werden wir Ihnen mit unserem neuen Instagram-Account horstbradfisch ganz sicherlich nicht vermitteln...







Warum sind wir jetzt denn überhaupt dabei? 


Wir wollen nicht nur schöne Bilder zeigen - denn auf unserer Webseite finden Sie fachlich fundierte Infos zu Pflanzengruppen und zur Pflanzenverwendung.

 

Über horstbradfisch auf Instagram können wir in unmittelbarer digitaler Nachbarschaft zu Ihnen schneller und mit mehr Reichweite auf neue und aus unserer Sicht lesenswerte Inhalte auf bradfisch.de aufmerksam machen. 

 

Die sind meistens sehr umfangreich, gelegentlich mit spitzer Feder verfasst und – wie wir hoffen – für Sie ausreichend inhaltsschwer wie unterhaltsam und damit Grund genug, uns auch auf Instagram zu folgen. 

 

Wir freuen uns darüber!



Veröffentlicht in Baumschule am 30.05.2021 14:51 Uhr.

Böse Hecken

Weil sie der Umwelt schaden und giftig sind, wollen einige Naturschützer Thuja, Kirschlorbeer und Rhododendron verbieten lassen


Waffenschieber? Nein, Baumschuler...

Als Baumschulbetrieb sind wir weder Waffenschmiede noch handeln wir mit Waffen. Dachten wir bisher. Doch wir sind Beteiligte in einem erbittert geführten Kampf - und wir produzieren und liefern die Munition ...


Munitionsdepot im Folientunnel: 
Prunus laurocerasus (Kirschlorbeer) im Container


Es geht um den Kulturkampf um exotische Gehölze in unseren Gärten. Besonders erbittert wird zwischen Naturschützern auf der einen und privaten Gartenbesitzern und damit Endkunden als Pflanzenverwender gestritten, wenn es um Kirschlorbeer, Thuja und Rhododendron geht.

Das sind die drei Hauptvertreter einer Reihe aus Sicht von Naturschützern 'ökologisch toter Pflanzen'.


„Saat des Bösen“



titelt DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 18/2021 einen zweiseitigen Artikel. Damit erfährt der Kulturkampf zusätzliche Aufmerksamkeit. 




Böse? Thuja und Kirschlorbeer


Wir nutzen dies als Gelegenheit und sehen es als Verpflichtung, als Produzentin der 'Munition' Stellung zu beziehen. 

Lesen Sie unseren Beitrag auf unserer Webseite unter dem Titel "Thuja und Kirschlorbeer roden und verbieten? Böse Hecken".





Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 22.05.2021 10:59 Uhr.

Neue Baumverankerungen haben kurze Pfähle?!

Bei Bedarf sind Gehölze standsicher zu verankern. So steht es in der DIN 18916. Jetzt wundern wir uns über neuartige Bauverankerungen von Straßenbäumen. 

Bei Stämmen bis 2,50 m Stammhöhe müssen Senkrechtpfähle mindestens 25 cm und höchstens 10 cm unter den Kronenansatz reichen. So ist es nach DIN beim Thema Baumverankerung mit Zwei-, Drei- oder Vierpfahlverankerungen seit langer langer Zeit Usus.


Schon 1827 (das ist grob eingeordnet zur Zeit des von Metternich und noch 10 Jahre vor der Geburt von Elisabeth ‚Sissi‘ von Österreich-Ungarn) berichtete die Zeitschrift für alle Zweige der Land- und Hauswirthschaft, des Forst- und Jagdwesens im Oesterreichischen Kaiserthum in der Rubrik Ökonomische Neuigkeiten und Verhandlungen unter der Überschrift

"Über die Nachtheile eines schlecht zubereiteten Pfahls oder Pflocks, um junge Obst- und andere Bäume damit zu befestigen

Wie ein Pflock zu einem neu ausgesetzten Obstbaum vorgerichtet sein muß, kann man fast aus jedem Handbuche der Obstbaumzucht lernen. Demungeachtet findet man Gärten und Straßen mit Obst- und wilden Bäumen ausgesetzt, zu derem baldigen Untergang der Baumpflock gleich nach dem Versetzen den Grund legt. Die gewöhnlichen Fehler sind folgende:

 

Erstens sind die Pflöcke nach Verhältnis des Baumes selten lang genug. Kurze Baumpfähle sind dem jungen Baum deßwegen schädlich, weil bei starken Winden seine Krone hin- und hergetrieben, an dem scharfen und rauhen Ende des Baumpflocks sich reibt, und dadurch die Rinde mehr oder weniger beschädigt wird, was schon Veranlassung zum Brandigwerden des Baumes gibt, besonders wenn man nie nachsieht und gleich Abhilfe verschafft."



Wie passt das nun mit einem solchen Bild zusammen (aufgenommen am 01. April 2021):


Da hat niemand von unten dran gezogen - die Pfähle sind tatsächlich so kurz und schauen nur etwa 80 bis 100 cm aus dem Boden (Straßenbaumneupflanzung Westumgehung Pinneberg-Nord)


Diese neue Art der Baumverankerung wird u.a. propagiert von der Baumschule Ebben, Niederlande. 


Auf deren Homepage heisst es:

Kurze oder lange Baumpfähle

Verwenden Sie vorzugsweise kurze oberirdische Baumpfähle, die maximal 80 bis 100 cm aus dem Boden herausragen. Bäume haben bei der Verwendung kurzer Baumpfähle mehr Bewegungsfreiheit und bilden dadurch schneller Stabilisierungswurzeln. Der Baum verankert sich dann eher und besser. 

Längere Baumpfähle hingegen schränken den Baum ein und machen ihn träge, was kurzfristig zu einer schlechteren Verankerung führt. Außerdem wirken sich zu lange Pfähle negativ auf das Dickewachstum des Stamms aus. 

Unterhalb der Anbindestelle wächst der Stamm nicht so schnell in der Dicke wie oberhalb der Anbindestelle, da ein Teil der Biegespannung vom Pfahl aufgefangen wird. 

Der Nachteil kurzer Pfähle besteht darin, dass die Bäume schneller durch Vandalismus brechen können. Außerdem können schwerere Bäume in windigen Gebieten durch das Gewicht der Krone schneller schief wachsen. Kurze Baumpfähle sind deshalb nicht in allen Bereichen die bessere Wahl.



Wir sind gespannt, ob sich diese Art der Baumverankerung mit kurzen Pfählen durchsetzen kann bzw. ob es dazu wissenschaftliche Feldversuche geben wird. 


Die Zeichnungen der Baumverankerungen auf der Ebben-Homepage sind aus unserer Sicht allerdings wenig vertrauenserweckend. 


So werden dort auch Ein- und Zweipfahlverankerungen gezeigt (anhand des jeweils gleich groß gezeichneten Hochstammes), die aus Sicht von Fachleuten wie Dr. Axel Schneidewind vom Zentrum für Gartenbau und Technik Quedlinburg als Verankerungen von Bäumen im öffentlichen Grün ungeeignet sind. 









Zeichnung links: Standard-3-Bock-Verankerung, DIN-konform; Zeichnung rechts: Modell 'kurze Pfähle' der Baumschule Ebben



Auch die bei Ebben gezeigten und bei den Baumpflanzungen der Westumgehung Pinneberg-Nord (s. Foto) verwendeten Kunststoffgurte für die Baumbindung können wir nicht uneingeschränkt empfehlen. 


Nicht dehnfähige Bindematerialien wie Sicherheitsgurte sollten aufgrund der Gefahr von Einschnürungen besser nicht verwendet werden - zumal Baumverankerungen auf öffentlichen Flächen häufig gar nicht oder nicht rechtzeitig entfernt werden, sondern erst mit dem Ende der Lebensdauer der Pfähle ‚in den Seilen hängen‘, um irgendwann doch entfernt zu werden.


Im Privatgartenbereich kann die Verwendung dieser Gurte aufgrund der besseren Überwachung womöglich toleriert werden.




Nicht dehnungsfähige Sicherheitsgurte als Bindematerial: Nicht unbedingt erste Wahl für Baumverankerungen im öffentlichen Raum. 


 

Erste Wahl für das Bindematerial bleiben Naturfasern wie aus gedrehtem Kokosgarn (Kokosstrick) oder geflochtene Kokoskordel

 

Der Strick/ die Kordel wird 4-fach um Stamm und Pfahl (nicht um die Halbrundlatten!) gelegt, dazwischen vielfach umwickeln zur Sicherstellung Abstandshalter Pfahl-Stamm. 




Baumbindung mit Kokosstrick




Das Bindegut wird an die Pfähle zwecks Fixierung angekrampt. Die Bindung darf am Stamm nicht zu stramm sitzen, um künftiges Dickenwachstum ohne Einschnürungen zu ermöglich.

 

Bei der Verwendung von synthetischen Bindematerialien sollten dehnfähige Kunststoff- oder Gummibänder mit einer Mindestbreite 40 mm verwendet werden.



Wie ist das eigentlich bei den Bäumen in der Baumschule?


Während unsere Containerbäume selbstverständlich an stabilen Stellagen abgebunden sind, erhalten unsere Bäume im Freiland üblicherweise keine gesonderte Verankerung. 

Die frisch gepflanzten Jungbäume bieten dem Wind durch die stark zurückgeschnittenen Kronen nur wenig Angriffsfläche. Trotzdem kommt es natürlich vor, dass Hochstämme schief geweht werden und dann wieder aufgerichtet werden müssen.



Veröffentlicht in Baumschule am 01.04.2021 11:23 Uhr.

Pflanzzeit ist Versandzeit

Das Hofteam hat alle Hände und Stapler voll zu tun: Es ist Hauptversandzeit!

Schon lange Schatten: Letzte Aktion vor Feierabend 
Beladung des eigenen Lkw für die Auslieferung 
am nächsten Morgen


Der Temperatursprung zwischen dem 14.02. und 21.02. mit 41,9 Grad bedeutet die Einstellung des 7-Tage-'Rekordes' aus dem Jahr 1880 (damals 41 Grad). Nach einem weiteren regionalen Rekordwert für unsere Nachbargemeinde Quickborn (18,9 Grad am 22.02.21) ist im Moment von Frühlingsluft wenig zu spüren.

Doch Pflanz- und damit Versandzeit haben begonnen. 
Wir starten seit Wochenanfang wieder um 7:00 Uhr, um den Hofversand bewältigen zu können.




Hochstamm am Ballenhaken

Über den Winter wächst leider nichts nach: 
Der Frühjahrsversand ist zwar mitnichten die 'Resterampe' des Herbstes. 

Es ist aber unübersehbar, dass einige Tophits des Baumschulsortiments knapp oder bereits ausverkauft sind. Wir suchen systematisch nach den von ihnen angefragten Gehölzen und können in vielen Fällen zumindest eine alternative Größe anbieten. 

Bestimmt finden wir im Fall der Fälle geeigneten Ersatz für ausverkaufte Artikel. Selbstverständlich suchen wir auch nach Exoten des Sortiments wie jetzt gerade 60 cm hohe  Sarococca hookeriana var. humilis, die Himalaya-Schleimbeere (wird auch verkaufsfördernder als Duftende Schattenblume bezeichnet).

Haben Sie noch nie gehört?  Das ist ein immergrüner Kleinstrauch aus China mit glänzendem Blatt, das an Kirschlorbeerblätter erinnert. Baumschule Horstmann schwärmt gewohnt vollblumig

"Der wundervolle Zierstrauch verbindet sich auf einem Beet mit Schneeglöckchen und Lenzrosen und zeigt ein leichtes und hübsches Winterbild. (...)
Eine niedrige Hecke aus Sarcococca hookeriana var. humilis ist dezent und gleichzeitig aufregend."






Veröffentlicht in Baumschule am 04.03.2021 7:38 Uhr.

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Inh.: Bettina Stoldt, Dipl.-Ing. agr. (FH)

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