Gibts doch gar nicht !

Der Kunde reklamiert: Die gelieferten Berberitzen (Berberis thunbergii) sind rot passen nicht zur vorhandenen Hecke. Schließlich hatte er grüne Berberitzen bestellt ! Wie kann das sein ?




Wer hat schon grüne Berberitzen (Berberis thunbergii) als ausgesprochen prachtvoll leuchtende Herbstfärber auf dem Schirm ? 

So wie sich die Pflanzen derzeit in der Baumschule präsentieren, würde man eher auf Euonymus alatus tippen, bei DER Herbstfärbung.

Diese am endgültigen Standort eher (je nach Witterungsverlauf) ab Ende Oktober einsetzende Färbung changiert von Orangerot bis zu Scharlachrot - natürlich auch bei geschnittenen Berberitzen-Hecken und auf jeden Fall eindrucksvoll !

Der Kunde wollte nun nur seine vorhandene Hecke verlängern - und hat von uns bereits verfärbte Containerpflanzen erhalten = Reklamation weil nicht grün und doch ausdrücklich keine rotlaubige Sorte bestellt war.





Und so sieht bei uns aktuell die rotlaubige Sorte Berberis thunbergii 'Atropurpurea' aus. 

Bei den rotlaubigen Sorten verwandelt sich die Blattfarbe meist vom typischen Braunrot in ein leuchtendes Rot - was auf diesem Foto am unteren rechten Bildrand schon erkennbar ist.

Wie kann es nun sein, dass die Berberitzen-Ureinwohner beim Kunden noch nicht färben ? 

Einfache Antwort: Der Standort. 

Wasserversorgung und Lichtverhältnisse haben immer direkten Einfluss auf die Herbstfärbung. 

Und sicherlich spielt auch das Genom der jeweiligen Berberitzen-Pflanzen eine Rolle.

Wir wünschen einen schönen Herbst und wenn Sie sich durch weitere Gehölze mit schöner Herbstfärbung schmökern wollen, schauen Sie doch mal bei unserer Zusammenstellung von 15 Gehölze mit vorzüglicher Färbung vorbei.


Veröffentlicht in Pflanzenverwendung  am 13.10.2019 16:25 Uhr.

Ciao Götterbaum ?

Invasive Arten: Die EU erweitert die Liste invasiver Arten - der Götterbaum (Ailanthus altissima) ist dabei ...



Der Götterbaum (Foto: Zoonar/ Himmelhuber)

Die EU hat mit der Durchführungsverordnung 2019/ 1262 Ende Juli 2019 die Liste invasiver Arten um 17 Arten erweitert.


Die Liste mit den dort aufgeführten Pflanzen und das damit verbundene Import-, Züchtungs-/ Vermehrungs- und Handelsverbot soll notwendiger Schutz von funktionsfähigen Ökosystemen und deren biologischer Vielfalt sein.


Nun hat es eine weit verbreitete wie bekannte Baumart getroffen: 


Den Götterbaum (Ailanthus altissima). 


Der aus China stammende Baum wurde schon zur Mitte des 18. Jahrhunderts nach Europa eingeführt.  Der Götterbaum ‚benimmt‘ sich wie eine eingebürgerte Baumart und übernimmt dabei eine ökologische Funktion vor allem im urbanen Bereich: 


So ist der Baum als Pollen—und Nektarspender eine wichtige Bienenweidepflanze und gilt (zumindest in Berlin) bereits als Haupttracht !

 

Und heimliche Hauptstadt ist Berlin wohl– kaum eine ‚ungepflegte‘ Vegetationsfläche, auf der der Götterbaum nicht anzutreffen wäre …



Sämlinge in der heimlichen Götterbaumhauptstadt Berlin 



Folko Kullmann, Chefredakteur der Gartenpraxus (Ulmer Verlag) weist in seinem Editorial ‚Ave Ailanthus‘ (GP 10/2019) auch einen anderen Gesichtspunkt nach den letzten beiden Baum-Stressjahren hin:

 

„Während Platanen und Eichen mit mehltaubestäubten, verkrüppelten Trieben kurz vor dem herbstlichen Blattwurf Standen, Rosskastanien von Miniermotten, Hitze und Trockenheit entlaubt waren und auch Linden verbrannte Blattränder zeigten, gab es immer wieder Lichtblicke, saftiges Grün im grau-braunem Einerlei: Schnurbäume, Blaseneschen, Paulownien und – Götterbäume.“

 

Und weiter: 


„Statt sich über ein Gehölz zu freuen, das mit jedem Boden zurechtkommt, auf nassen, feuchten oder knochentrockenen Standorten gedeiht, Hitze, Dürre, Luftverschmutzung sowie Wind aushält, also ein perfekter klimawandeltauglicher Straßenbaum ist, wurde der Götterbaum mit einem EU-weitem Handelsverbot belegt.“

 

Möglicherweise wird dieses Verbot keinem einzigen unter den herrschenden Extrembedingungen siechenden heimischen Baumart das Leben in der Stadt erleichtern – das muss man sich (zumindest in der Stadt) erst einmal leisten können !

 

Seitens der öffentlichen Hand (den Städten und Kommunen) bleiben landauf, landab zumindest die Privatgartenbesitzer ohnehin von Baumarten mit klimawandel-tauglichen Allroundeigenschaften verschont. 


Denn nach wie vor werden Privatmann und -frau bei Ersatzpflanzungen und Anpflanzungsverpflichtungen im städtischen Umfeld unverdrossen an die ‚Liste heimischer Baumarten‘ abkommandiert, als ob die sich unübersehbar ändernden städtischen Standortbedingungen an der Gartenpforte enden würden. 


Dieselben Kommunen schreiben für ihre eigenen Neupflanzungen die eifrig von den Baumschulen als  ‚Klimabäume‘ oder ‚Zukunftsbäume‘ beworbenen und von der Straßenbaumliste der GALK ‚abgesegneten‘ Baumarten aus. 

 

Oder wie Jörg Pfenningschmidt es in seinem Buch ‚Hier wächst nichts. Notizen aus unseren Gärten‘ (Ulmer-Verlag, zusammen mit Jonas Reif) in seiner Glosse ‚Baumschutz in Deutschland‘ feststellt: 


„Denn es geht der Behörde ja um die Stärkung der einheimischen Flora. Diese segensreiche Aufgabe überträgt man gerne dem privaten Gartenbesitzer. Der bekommt vom Amt die ehrenvolle Aufgabe, mit der einheimischen Flora und Fauna auch die Welt zu retten.“

 

So ist Folko Kullmanns abschließend geäußerte Idee für einen Götterbaum 2.0 vielleicht nachdenkenswert: Indem sich es ein Züchter in einem Nicht-EU-Staat zur Aufgabe macht, eine sterile Sorte von Ailanthus altissima zu züchten.  


Insofern wäre Ciao Götterbaum nicht nur ein Abschiedsguß, sondern könnte (wie im Italienischen gebräuchlich) auch zur Begrüßungsformel für einen weiteren 'Zukunftsbaum' werden ...


 

P.S. Der Nabu führt auf seiner Webseite die vollständige EU-Liste invasiver Arten


Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 09.10.2019 10:50 Uhr.

Pflanzenverwendung: Kugelbäume

Kugelbäume sind erste Wahl bei wenig Platz im Garten und bieten im kleineren Maßstab trotzdem alles, was einen 'richtigen' Baum auszeichnet. Wir stellen 11 Klein- und Kugelbäume aus unserem Sortiment vor


Auch als 'Lollibäume' verspottet, sind Bäume aus dieser Pflanzengruppe doch oftmals die einzig vernünftige Möglichkeit, auf beengten Pflanzplätzen einen Baum zu pflanzen. Die Größenausdehnung behalten insbesondere bei den auf Stamm veredelten Formen überschaubare Ausmaße.

Und während an 'normalen' Baumkronen im Grunde genommen gar nicht herumgeschnippelt werden sollte, lassen sich Bäume aus der Gruppe der Kugelbäume per Schere wieder in Form bringen. Für manche Arten wie der Kugel-Robinie oder dem Rotdorn bewirkt ein starker Rückschnitt neue Vitalität.

Neuen Schub erhält das Thema Kugelbäume in den vergangenen Jahren durch allerlei immer- bis wintergrüne Arten aus dem mediterranen Raum. Dazu zählen Photinien (Glanzmispel), der Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus), die Portugiesische Lorbeerkirsche (Prunus lusitanica) oder auch die Wintergrüne Ölweide (Eleagnus ebbingei). 

Die winterliche Nagelprobe 'Dauerfrost mit Ostwind und Sonnenschein' steht für diese Gruppe aufgrund der insgesamt milden Winter der vergangenen Jahre - zumindest in Norddeutschland - noch aus. Was alle Interessenten an diesem mediterranen Sortiment wissen sollten: Diese Pflanzen kommen i.d.R. aus Italien, wo sie aufgrund der Wärme wirtschaftlicher (schneller) kultiviert werden können. 


prächtiger Kugelbaum: Prunus lusitanica auf Hochstamm



Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 08.06.2019 10:26 Uhr.

Schöne Osterfeiertage 

Geniessen Sie das angekündigte herrliche Osterwetter. Und denken Sie unbedingt im Herbst schon an das nächste Osterfest ...


Denn was ist Ostern ohne Narzissen?

Wir möchten Ihnen einen ganz hervorragenden Frühjahrs-Zwiebelblüher schon jetzt für die nächste Blumenzwiebelsaison ans Herz legen: 

Die Dichter-Narzisse (Narcissus poeticus 'Actaea').

Keine bizarren Farben, keine Papageienfedern, sondern schneeweiße Blüten mit einem goldorangen Krönchen in der Mitte machen diese Narzisse für den Frühlingsgarten zur naturnah wirkenden Schönheitskönigin. 

Und duften tut sie auch !



Diese Narzisse stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und aus den Alpen, wo sie auf feuchten Gebirgswiesen wächst.

Die Dichter-Narzisse eignet sich hervorragend zur Verwilderung, wo die einzelne Pflanze mit den Jahren ansehnliche Tuffs entwickelt. Für eine schöne Blüte auch im darauffolgenden Jahr sollten die verblühten Blütenstände entfernt, das Laub aber bis zum Einsetzen der Vergilbung stehengelassen werden.

Werden die Zwiebeln in eine Rasenfläche gesetzt, kann beispielsweise zwischen Rasenkante und Zwiebelfläche ein 'Blankostreifen' verbleiben, der normal und ordentlich gemäht werden kann, während die Narzissen nach der Blüte im ungefähren 'Wiesenbereich' in Ruhe ausreifen können. 


Dankbar, unproblematisch  und in Massen ein 
Gedicht: Dichter-Narzissen



Dichter-Narzissen lassen sich gut kombinieren mit den ebenfalls spät blühenden Traubenhyazinthen (Muscari) und mit spät blühenden Tulpen wie den Sorten 'Queen of Night', 'Spring Green' und 'China Pink'.


Dichter-Narzissen plus spät blühende Tulpen - 
dazu noch Frühlingsgedenkemein oder 
Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla und Sorten) - perfekte Frühlingsstimmung !

Wir wünschen Ihnen schöne Osterfeiertage !

Ihr Baumschule Bradfisch.



Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 18.04.2019 8:53 Uhr.

Frühlingsstimmung im Schotterparadies

Ausgelassene Frühlingsstimmung herrscht auch am Ortseingang der schönen Marschgemeinde Haselau im Kreis Pinneberg.


Nur die Araukarie schaut ein wenig immerbraun drein, hat sie doch das monatliche Säurebad für strahlend sauberen China-Schotter nicht so gut vertragen. 

Doch der verantwortliche Gärtner weist auf einen entscheidenden Vorteil hin, kann er doch künftig auf bienengefährliche Pflanzenschutzmittel für die Pflanzengesundheit unseres kleinen pflanzlichen Freundes von der Südhalbkugel verzichten.

Woher der Ausschlag der Putzfassade kommt und ob das irgendetwas mit der neuen pflegeleichten Gestaltung der Vorgartenfläche zu tun haben könnte, das wusste auch er nicht auf Anhieb zu beantworten.

Mehr Grusel'gärten' gefällig ? Hier geht's zur Facebook-Seite Gärten des Grauens.



Veröffentlicht in Pflanzenverwendung am 31.03.2019 18:53 Uhr.

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Inh.: Bettina Stoldt, Dipl.-Ing. agr. (FH)

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