CO2-Kompensation ja, aber wie? Zwischen Baumpfand und Climate Rockstar

Ende März 2022 wurde vom Hamburg Airport öffentlichkeitswirksam die Klimaneutralität des Flughafens verkündet. Auch eine 750 ha große Waldfläche spielt für die Kompensation der Treibhausgase eine Rolle. Uns als Baumproduzent interessiert natürlich, was hinter Kompensationsansätzen über Bäumen steckt und die Frage: Was bringt ein Baum überhaupt?

Vor einiger Zeit am LINDNER-Feinkosttresen im Elbe-Einkaufszentrum in Hamburg:

 

Sie hätte noch eine ganz wichtige Information und zwar unbedingt für meine Frau! – so die Verkäuferin zu mir. Denn meiner Frau wolle Sie diesen Flyer aushändigen: 

 


Das Baumpfand: 

Qualität bewahren, Natur fördern.

 


Worum geht’s? Es geht um die Salatbecher der Firma LINDNER Feinkost – also um die ‚qualitätssichernde‘ Transportverpackung für Produkte wie die Salate von der Frischetheke. 


Diese Verpackungen bestehen aus recht festem (dickwandigem) Polypropylen (PP). Polypropylen ist gut recycelbar, jedoch dürfen Produkte aus PP-Recyclat leider keinen Kontakt zu Lebensmitteln haben, so dass aus den alten Bechern von LINDNER keine neuen Becher für Lebensmittel hergestellt werden - nur ein Downcyling ist möglich.

 

 

LINDNER schreibt auf der Webseite (https://www.lindneresskultur.de/lindner/baumpfand/)

 

„Aber wie können wir diese qualitätssichernde Verpackung weiter benutzen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Wir sind erleichtert, dass wir auf diese Herausforderung eine gute Antwort gefunden haben:

Das LINDNER Baumpfand!

Mit jedem zurückgegebenen Becher tragen Sie dreifach zum Klima- bzw. Umweltschutz bei: Sie lösen das Baumpfand aus für ein Aufforstungsprojekt. Alle Becher werden dem fachgerechten Recycling zugeführt. Und Sie setzen ein Zeichen, das Schule macht! 

Ihr gutes Beispiel inspiriert automatisch andere. Bäume sind wichtig für die Umwelt. Sie produzieren Sauerstoff, verhindern Erosion, binden CO2 und Wasser. 

Deshalb bedeutet LINDNER Baumpfand für uns einen markanten Schritt auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.“


Der Becher soll nach Gebrauch („bitte unbedingt gereinigt“) an der Frischetheke abgegeben werden. Die Becher werden mit neuem Deckel wiederverwendet dem fachgerechten Recycling zugeführt. 

Pro Frischebecher werden 5 ct an den Klimaschutzpartner PLANT-MY-TREE ® gespendet. Diese Spendengelder flössen vollständig in den Kauf von Baumsetzlingen, mit denen PLANT-MY-TREE ® genau definierte Waldflächen bepflanze.

 

Dass nicht mir als ahnungslosem MANN sondern meiner Frau mit ihrem von der Natur vorgesehenen Frauenauspülfachverstand das Baumpfand (und das Prozedere, diese Becher eben nicht wegzuschmeißen, sondern ordentlich ausgespült zurückzubringen) erklärt werden musste, geschenkt!

 


Je mehr Plastikbecher, desto Wald?


Bäume sind wichtig für die Umwelt, wer würde in diesem Punkt widersprechen? Die Frage der Speicherung vom Treibhausgas CO2 als fester Kohlenstoff im Holz von Bäumen ist im Zuge von Klimaveränderung und der Entwicklung nachhaltiger CO2-Zertifikate von großem Interesse. Insofern sind auch auf den ersten Blick paradoxe Aktionen vom Typus Baumpfand (je mehr Plastikbecher desto Wald…) zumindest ein Zeichen des Bewusstseinswandels. 

 


Bitte einfach wählen: 

Tree Friend oder Climate Rockstar?

 

Doch Konsum-Kompensation für ein gutes Gewissen - das geht noch bequemer und ganz ohne ausgespülte Becher, wie das Beispiel GROW MY TREE growmytree.com zeigt: 

 

„So einfach geht’s: 

 

1. Wähle deine passende Option 

2. Schließe deine Bestellung ab

3. Wir pflanzen Bäume für Dich

4. Du erhältst dein personalisiertes Baum-Zertifikat 

 

und, ganz ganz wichtig:

 

5. Teile deine gute Tat auf Social Media“

 

Die ‚passende Option‘ startet mit dem ‚Tree Friend‘: 

1 Baum für 4,80 €, dadurch Neutralisierung von 22 kg CO2 pro Jahr - lt. growmytree entspräche das dem Verzehr von 600 g Rindfleisch oder 158 kg Gemüse oder eine Bahnfahrt Köln-München.

 

Wolle volle Kompensation? Das geht! mit der Endstufe, dem ‚Climate Rockstar‘: exakt 440 Bäume für  484,00 €, dadurch Neutralisierung von 9.680 kg CO2 pro Jahr, was dem gesamten durchschnittlichen CO2-Jahresausstoß eines deutschen Bürgers entspräche.

 

 


Kompensation und Waldprojekte: 

Klima- und Umweltschutz-Ablasshandel?

 

Liest man sich auf der Webseite ein wenig durch die Fragen, wird schnell klar, dass die entscheidende Frage

 

„Wie viel CO2 kompensiert ein Baum?“ 

 

bedauerlicherweise mit  

 

„leider schwierig pauschal zu beantworten“ 

 

zu beantworten ist -

 

„zum einen, weil unterschiedliche Baumarten unterschiedlich viel Kohlenstoff binden und zum anderen Bäume innerhalb ihrer unterschiedlichen Entwicklungsstadien verschiedene Mengen an Kohlenstoff einbinden.“

 


Als „Faustformel“ ließe sich aber sagen – so GROW MY TREE - 


„dass ein Baum pro Jahr durchschnittlich 22 kg CO2“ 


absorbiere. In Äquatornähe sei dieser Wert höher uswusf. Als Quelle wird die Webseite der European Environment Agency (Europäische Umweltagentur, eine Agentur der EU genannt, wo recht allgemein und ohne Quellenangabe geschrieben steht

 

„Bäume helfen auch bei der Bekämpfung des Klimawandels – in nur einem Jahr nimmt ein ausgewachsener Baum etwa 22 Kilogramm Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und erzeugt im Austausch Sauerstoff.“

 



gefällte Bäume binden kein CO2



Allerdings gilt das bei Licht betrachtet generell nur, wenn ein Baum

 

-      überhaupt so alt wird, als dass er als ‚ausgewachsener Baum‘ zählt

-      nicht gefällt und verfeuert wird (und somit gebundenes CO2 wieder freigesetzt wird)

-      nicht (vorzeitig) abstirbt und sich beim Zersetzungsprozess Kohlenstoffverbindungen wieder zu CO2 umwandeln, das in die Luft abgegeben wird

 

 


Schätzwerte: 

22 kg, 16 kg oder 10 kg pro Baum und Jahr...


Andere Quellen nennen differenziertere Werte als die 22 kg CO2 pro Baum und Jahr. So nennt die Webseite a.plant-for-the-planet.org für einen Baum im lateinamerikanischen Tropenwald in den ersten 20 Jahren eine CO2-Bindung von ca. 16 kg pro Jahr.

 

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es zur CO2-Aufnahmerate keine zuverlässigen globalen Daten gäbe. Als Schätzung für einen globalen Durchschnitt werden hier 10 kg CO2-Bindefähigkeit je Baum und Jahr genannt. 

 

 

Einen Wert für den Beitrag von hiesigen Wäldern zur CO2-Senkung liefert das Bundesinformations-zentrum Landwirtschaft

 

Mit Bezug auf die ‚Kohlenstoffinventur‘ aus dem Jahr 2017 wird der jährliche Holzzuwachs bei Rot-Buchen im Bundesdurchschnitt mit ca. 9 cbm und Jahr angegeben. Umgerechnet bedeutet dieser Wert für die Bindefähigkeit durch die ober- und unterirdische Biomasse der Buchen einen Wert von ca. 12 Tonnen pro Jahr und Hektar. Dies sei allerdings ein theoretischer Wert, da über die Gesamtlebensdauer eines Buchenbestandes etwa die Hälfte entnommen und ein Großteil davon als Brennholz weiterverwendet werde.

 

Weiter heißt es dort:

 

„Wenn die Wirkung von Wäldern als CO2-Senke berechnet wird, geht es nicht um den bereits in Holz oder Wurzeln gebundenen Kohlenstoff, sondern darum das, was jedes Jahr durch das Wachstum der Bäume zusätzlich gebunden wird.“

 



Kompensation: Zuwachs von 2.500 qm 

Buchenwald für eine Flugreise mit der 

Familie von Frankfurt/ Main nach Mallorca


Als Vergleichsrechnung wird die Flugreise einer vierköpfigen Familie von Frankfurt/ Main nach Mallorca aufgestellt: Zur Kompensation des Treibhausgasausstoßes (fossiler Brennstoff Kerosin) würde der Jahreszuwachs eines Buchenwaldes von knapp 2.500 qm benötigt.

 

 


Die Stiftung Unternehmen Wald versucht sich über exemplarische Vergleichsrechnungen an Größenschätzungen für unsere Wälder und listet Kriterien für unterschiedliche Speichervermögen auf, die in einem ‚Ranking‘ der Baumarten dargestellt werden.

 

Als Kriterien für die Speichermenge bzw. das Speichervermögen werden genannt

 

-      artbedingte Holzmasse und Holzdichte (Darrwichte)

-      Alter der Bäume

-      Geografische Lage (Länge der Vegetationsperiode)

 

Die arttypische Holzdichte (je schwerer das Holz desto größer die CO2-Speicherung) erlaubt ein Ranking von Baumarten

 

Hainbuche > Rot-Buche > Eiche > Birke > Ahorn > Lärche > Kiefer > Douglasie > Tanne > Schwarz-Pappel

 

Unberücksichtigt bei Betrachtung der Darrwichte unterschiedlicher Hölzer der Baumarten als alleiniger Faktor bleibt die Größenordnung/ Wuchsstärke einzelner Baumarten:


So wird eine ausgewachsene Stiel-Eiche als Großbaum I. Ordnung viel mehr CO2 festlegen können als eine Vogelkirsche mit zwar höherer Darrwichte – aber eben als Kleinbaum III. Ordnung. 

 

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hat im Jahr 2011 das LWF-Merkblatt 27 zum Thema Kohlenstoffspeicherung von Bäumen herausgebracht. 

 


Mittels der Werte Baumhöhe und Brusthöhen-durchmesser (BHD) werden für die Waldbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche matrixartige Schätztabellen auf Grundlage bayerischer Daten der Bundeswaldinventur verwendet. 


Diese Tabellen sind für die Einschätzung von Kompensationswerten hiesiger Wälder weit handfester und vor allem praxistauglicher als die in nur einem Jahr nimmt ein ausgewachsener Baum etwa 22 Kilogramm Kohlendioxid aus der Atmosphäre“.

 

Die Stiftung Unternehmen Wald nennt ihrerseits als Faustformel: 1 Hektar Wald speichere pro Jahr über alle Altersklassen hinweg ca. 6 Tonnen CO2 

(zur Erinnerung: das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft nennt für einen Buchenwald den doppelt so hohen Wert von 12 Tonnen CO2 je ha und Jahr). 

 

Als Fazit steht für die Stiftung jedoch am Ende aufgrund der Unmöglichkeit der Übertragbarkeit und Verallgemeinerbarkeit von Werten eines einzelnen Baumes

 

„Wir machen daher keine Aussagen, wie viel CO2 ein Baum speichert.“

 


 

Waldprojekte und Doppelanrechnung

 

Bei Kompensationsprojekten ‚Wald‘ weist die Stiftung Unternehmen Wald auf eine weitere Schwierigkeit hin: Die Doppelanrechnung.

 

Doppelanrechnung bedeutet bei Waldprojekten, dass dieselbe eingesparte Menge CO2 zweimal angerechnet wird: einmal bei der Kompensation durch das entsprechende Projekt und dann zur Erreichung von Klimazielen. 


Die Bundesregierung rechnet für den Klimaschutz jeden Baum an, so dass eine zusätzliche (die doppelte) Bilanzierung über Privatpersonen oder Unternehmen erfolgen würde. Hierzulande zertifizieren große Projektanbieter daher auch keine Projekte in Deutschland.

 

 

 

Waldprojekte: 

Ungeeignet für Kompensationsmaßnahmen?

 

Die Firma atmosfair gGmbH aus Berlin ist eine Klimaschutzorganisation mit dem Schwerpunkt Reisen, die nach ihren Angaben „aktiven Klimaschutz“ betreibt „u.a. mit der Kompensation von Treibhausgasen durch erneuerbare Energien.“

 

Technologische Innovationen, verbunden mit einem bewussteren Umgang (Reduktion, Vermeidung, Kompensation) mit den natürlichen Ressourcen werden als wichtige Bestandteile eines dringend gebotenen Transformationsprozesses verstanden. 


Die Firma fördert zahlreiche Klimaschutzprojekte - Waldschutzprojekte (‚Setzlinge‘) werden hingegen nicht unterstützt. 

 


Warum nicht?

 

Atmosfair gewichtet Unsicherheitsfaktoren bei globalen Waldprojekten für eigene Projekte als Ausschlusskriterien:

 

-      Unsicherheit bzgl. der Dauerhaftigkeit von Waldprojekten; ein Fortbestand projektbezogener Waldflächen von wenigstens 50 Jahren müsste versichert werden

-      Risiko von Nutzungskonflikten, ‚Leakage‘-Problem (Verlagerung von Abholzungen)

-      Unzureichende Wahrung von Menschenrechten (z.B. durch Vertreibungen aus Aufforstungsprojekten)

-      Notwendigkeit von Vorabfinanzierung von Aufforstungen (Kompensationszahlungen werden lokal sofort benötigt)

 



Waldbrände, Abholzung und das 

'Leakage'-Problem bedrohen die 

Nachhaltigkeit von Waldkompen-

sationsprojekten unmittelbar




Wirklich nachhaltig seien Schutz und Aufforstung bestehender intakter und stabiler Waldökosysteme. Die Vermeidung von Emissionen sollte erstes Ziel sein, nicht die Entlassung aus der Verantwortung für unser Tun und unsere Konsumfolgen über eine Art von Ablasshandel.

 

Bedeutet: Gar nicht erst in Flugzeug steigen, den Fleischkonsum reduzieren und erneuerbare Energien nutzen. Transformation gelänge nur, wenn Kompensationsangebote nicht als Freifahrtschein für klimaschädliches Verhalten verwendet würden – in Form eines Klima- und Umweltschutz-Ablasshandels.

 

 


Wie lassen sich geeignete Kompensationsprojekte erkennen?

 

Kompensationsprogramme können mit unterschiedlichen Kompensationsstandards zertifiziert sein, die Kriterien vorgeben und deren sinnvolle Umsetzung prüfen. 


Zu den bekannten Standards zählen

-      Gold Standard (entwickelt vom WWF und anderen Umweltorganisationen)

-      VCS (Verified Carbon Standard u.a. gegründet von der Climate Group und dem Weltwirtschaftsforum)

-      CDM (Clean Development Mechanism, mit strengen Regeln hinsichtlich der Einsparung von Treibhausgasen)

 

Mit Zusatzstandards kann bei Waldprojekten geprüft und dokumentiert werden, ob neben dem Klimaschutzzielen auch natur- und artenschutzrechtliche Aspekte angemessen berücksichtigt werden. Standards unterscheiden sich sehr voneinander. Mit Blick auf Waldprojekte können beispielsweise Mindeststand-garantien je nach Standard zwischen 5 und 100 Jahren(!) variieren.

 

Die Firma PLANT-MY-TREE® mit Baumspende-/ Waldprojekten in Deutschland (zu denen auch Lindners Baumpfand beiträgt) nennt auf Ihrer Homepage Projektlaufzeiten von mindestens 99 Jahren, in denen keine Abholzung oder wirtschaftliche Nutzung erfolgen soll. 

 

Eine Zertifizierung – abgesehen nach DIN ISO 9001, einer Norm für Qualitätsmanagement – bietet diese Firma nicht an, dafür aber einen großen Strauß von 'attraktiven' Marketing-Möglichkeiten für Unternehmen, vom Aufkleber über die werbewirksame Verwendung des ‚Klimaschutz-Partner‘-Logo bis zur Baumfreund-Urkunde.

 

Der Ausgleich von Klimabilanzen durch den Kauf von Produkten – also durch bestimmten Konsum den Klimawandel zu verlangsamen – das ist zunächst ein verhältnismäßig preiswert einzukaufendes Werbeversprechen.

 

Unterschlagen wird, dass am klimaschädlichen Verhalten von ‚Verbrauch‘ zunächst und unmittelbar kein Setzling etwas ändert. Denn pflanzliche Kompensationen sind stets Vorkasseleistung: die Belastung mit Treibhausgasen entsteht durch Konsum unmittelbar, während die kompensatorisch ‚gekauften‘ neuen Bäume über einen sehr langen Zeitraum wachsen und erhalten bleiben müssen, um die kompensatorische Wirkung zu leisten.

 

 

Einzelbäume und Kompensation

 


Ein Gehölzsämling - so könnte sich ein 'Setzling' vorgestellt werden



Nein, wir als Hochbaumschule produzieren keine ‚Setzlinge‘ für Waldprojekte – also die Forstgehölze, die üblicherweise für derartige Kompensationskampagnen verwendet und gepflanzt werden. Während es für den Forstbereich fortgeschrittene Berechnungen gibt (s.o.), lassen sich derlei Zahlen nicht ohne Weiteres auf die typischerweise von uns als Hochstämme und Alleebäume produzierten Einzelbäume im städtischen Umfeld übertragen. 

 

Diese ‚Einzelbäume‘ werden auch nicht zu Aufforstungszwecken im Wald eingesetzt, sondern überwiegend zur Begrünung in der Landschaft und Siedlungsraum.

 

Die Frage der Kohlenstoffbindung ist als Argumentationshilfe für jeden einzelnen neu zu pflanzenden Stadtbaum und den Erhalt von städtischen Grünstrukturen jedoch wichtiger denn je. Bäume zu pflanzen und zu erhalten ist wichtig und richtig aus vielerlei Gründen. Denn es gehen von Ihnen eine ganze Reihe von Wohlfahrtswirkungen aus:

 

-      Beitrag zu sauberer Atemluft (Sauerstoffbildung)

-      CO2-Festlegung

-      Temperaturregulierung/ Temperaturabsenkung von bis zu 5°C

-      Gestalterisch-ästhetischer Beitrag zum Erholungsnutzen

-      Reduzierung von Lärm- und Stressfaktoren

-      Wasserrückhaltung 

-      Rückhaltung von Luftschadstoffen und Staub

-      Nahrungsquelle und Habitat zahlreicher Insekten, Vögel, Säuger und Bodenlebewesen

 

 

In der Fachzeitschrift Deutsche Baumschule, Ausgabe 06/ 2021 wird zur Quantifizierung der Kohlenstoffspeicherung bei Einzelbäumen (‚zum Wert von Bäumen‘) eine Methode des Sachverständigenbüros Leitsch GmbH (Groß-Gerau) vorgestellt.

 

Deren Ansatz beruht auf Berechnungsansätzen für qualifizierte Schätzungen zu den Kohlenstoffvorräten einzelner Bäume. Als Eingangsparameter werden dazu verwendet:

 

-      Artspezifische Darrdichten einzelner Holzarten

-      Baumhöhe

-      Brusthöhendurchmesser

-      Näherungsweise Faktoren zum Habitus (‚Formigkeit‘) des jeweiligen Baumes

 

Angesprochen wird so tatsächlich der einzelne Baum mit seinem individuellen Habitus, um auf das jeweilige Holzvolumen schließen zu können, wobei auch die unterirdische Biomasse (das Wurzelwerk) einbezogen wird, indem ein pauschaler Faktor in Relation zur oberirdischen Biomasse angesetzt wird. Auf diese Weise lässt sich über die Umrechnung molarer Massen von Kohlenstoffatomen und CO2-Molekülen näherungsweise berechnen, wieviel gasförmiges CO2 im bisherigen Lebenslauf des Baumes in dessen Holz als Kohlenstoff festgelegt wurde und somit aus der Atmosphäre gebunden wurde.

 



Einzelbäume in der Stadt: Was 'bringen' die 

eigentlich hinsichtlich CO2-Festlegung?



Die so ermittelte Zahl bildet den BIS-JETZT-Zustand ab, ohne dass dieser Wert auf den interessanteren weil monetär/ kompensatorisch geeigneteren künftigen CO2-Festlegungswert in kg pro Jahr konkretisiert werden könnte.

 

Eine Berechnung auf Basis eines jährlichen Zuwachses sei aufwändig, so die Aussage vom Büro Leitsch. Was möglich wäre, sei die Verfolgung des CO2-Speicherpotenzials größerer städtischer Baumbestände über einen längeren Zeitraum. Im Abstand von mehreren Jahren könnten Volumina von Baumbeständen erfasst werden, um den Zuwachs zu ermitteln.

 

Grundsätzlich bieten Bäume I. Ordnung aufgrund ihrer Langlebigkeit ein besonders hohes Speicherpotenzial, wobei Jungbäume durch größeren Jahreszuwachs gegenüber ausgewachsenen Bäumen im Verhältnis mehr CO2 pro Jahr durch Dicken- und Volumenzuwachs festlegen.

 


Zurück zu den Frischebechern von LINDNER Feinkost und dem Baumpfand: Über PLANT-MY-TREE® kostet die Baumspende für Unternehmen je Baum 14,28 €. Das bedeutet, dass bei einem Becherpfand von 5 ct für jeweils 285,6 zurückgebrachter Becher ein Baum gespendet wird. 

 

Lt. Webseite LINDNER (‚Aktueller Erfolgsstand‘, Stand 25.03.22) wurden exakt 500 neue Bäume gepflanzt – das bedeutet, es wurden sagenhafte 142.800 Becher zurückgebracht?! Wahnsinn.

 

Vielleicht sollte ein anderes Beispiel auch bei Lindners Schule machen: REBOWL findet als echtes Gastronomie-Pfandsystem immer mehr Ausgabestellen. Die lt. Webseite 200 bis 500 Mal wiederverwendbaren ‚Bowls‘ aus PP vom Hersteller MEPAL sind so gut, dass wir einige Exemplare in unserem Haushalt noch gar nicht wieder zurückgegeben haben…




P.S. Meldung im Hamburger Abendblatt vom 23.03.22: 

 

Hamburg Airport ist seit Ende 2021 klimaneutral!

 

Dazu wurden u.a. Vorfeldfahrzeuge auf synthetische Kraftstoffe bzw. auf Wasserstoff- und E-Antriebe umgestellt, auf LED-Beleuchtung getauscht, eine grüne Landstromversorgung für Flugzeuge installiert, hochwertige Ausgleichszertifikate gekauft und ein über 750 Hektar großer Klimawald bei Kaltenkirchen erhalten bzw. zusätzlich aufgeforstet. Das Problem der Doppelanrechnung (s.o.) umgeht der Flughafen nach eigenen Angaben, indem zusätzliche Ausgleichs-zertifikate erworben wurden.

 

Richtig müsste es wohl heißen: Der Betrieb des Flughafens ist nun klimaneutral. Denn weder die durch den Flughafen erzeugten Verkehre, noch die graue Energie der einst errichteten Baumassen noch die eigentlichen Flüge werden eingerechnet, denn – so schreibt Hamburg Airport auf seiner Webseite – 


„Die Emissionen der Flugzeuge sind Emissionen Dritter (…). In der CO2-Bilanz werden sie der jeweiligen Fluggesellschaft zugeschrieben.“

 

Der BUND Hamburg gibt am 23.03.22 dazu eine Stellungnahme ab und verdeutlicht den Drahtseilakt zwischen Kompensation und Greenwashing:


„Mit großem Aufzug und den Senatoren Dressel und Westhagemann feiert der Hamburger Senat heute seinen Flughafen. Als erster großer deutscher Flughafenbetrieb soll der Airport das Zertifikat „CO2-Neutralität“ erhalten. Wie der Senat mitteilt, erfolgt die Zertifizierung durch die „unabhängige, weltweite Airport Carbon Accreditation“.


„Das Label ‚CO2-neutraler Flughafen‘ ist eine riesige Mogelpackung, ein Greenwashing, wie es perfider kaum geht“, empört sich der stv. Vorsitzende des BUND Hamburg, Martin Mosel. „Angesichts der sich massiv aufdrängenden Erfordernisse für einen wirksamen Klimaschutz sind wir entsetzt, dass der rot-grüne Senat die Relevanz des Flugverkehrs in der Klimakrise völlig ausblendet. Der Flugverkehr genießt in Hamburg das große klimapolitische Privileg der Unantastbarkeit, jetzt soll noch der Eindruck vermittelt werden, dass Fliegen klimaneutral geht“, so Mosel weiter.“





Quellen:


Atmosfair gGmbH: Waldschutzprojekte und Kompensation

https://www.atmosfair.de/de/standards/waldschutzprojekte/

 

Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF): Kohlenstoffspeicherung von Bäumen. LWF-Merkblatt 27 (April 2012)

https://www.lwf.bayern.de/service/publikationen/lwf_merkblatt/022680/index.php

 

BUND Landesverband Hamburg: Zertifizierung des Airports ist eine klimapolitische Mogelpackung

https://www.bund-hamburg.de/service/presse/detail/news/zertifizierung-des-airports-ist-eine-klimapolitische-mogelpackung/

 

Bundesinformation Landwirtschaft: 

Wie viel CO2 binden Wälder?

https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/haetten-sies-gewusst/pflanzenbau/wie-viel-co2-binden-waelder

 

Deutsche Baumschule, Ausgabe 06/2021: 

Kohlenstoff – wie viel speichert ein Einzelbaum?

 

EUA/ EEA Europäische Umweltagentur: 

Wälder, Gesundheit und Klimawandel

https://www.eea.europa.eu/de/articles/waelder-gesundheit-und-klimawandel

 

GROW MY TREE

Growmytree.com

 

Hamburger Abendblatt: Bäume pflanzen für den Klimaschutz, Ausgabe vom 11.03.2022

 

Hamburger Abendblatt: Ist Hamburgs Flughafen jetzt klimaneutral? Ausgabe vom 24.03.22

 

Hamburg Airport: Unser Beitrag zum Klimaschutz: Der CO“-neutrale Flughafenbetrieb

https://www.hamburg-airport.de/de/unternehmen/umwelt/unser-beitrag-zum-klimaschutz-der-co2-neutrale-flughafenbetrieb-26238

 

LINDNER Esskultur: 

Baumpfand – Qualität bewahren, Natur fördern

https://www.lindner-esskultur.de/lindner/baumpfand/

 

PLANT FOR THE PLANET Website

https://a.plant-for-the-planet.org

 

PLANT-MY-TREE® Webseite

https://www.plant-my-tree.de

 

REBOWL Pfandprodukte Website

https://rebowl.de/pfandschale/

 

Stiftung Unternehmen Wald: Wie viel Kohlendioxid (CO2) speichert der Wald bzw. ein Baum?

https://www.wald.de/waldwissen/wie-viel-kohlendioxid-co2-speichert-der-wald-bzw-ein-baum/

 

ZEIT Online: CO2-Kompensation: Ich fliege, du pflanzt Bäume, VÖ 11.11.2021

https://www.zeit.de/green/2021-11/co2-kompensation-emissionsausgleich-co2-bilanz-klimaschutz-klimakrise

 

Bilder (bis auf das erste Foto): pxhere.com (CC0)


Veröffentlicht in Baumschule am 26.03.2022 10:26 Uhr.

Flechten an Gehölzen: Ein Mangel?

Vor allem an der Wetterseite von Gehölzen treten fleckenartige Beläge auf. Handelt es sich um Flechten, dann besteht kein Grund zur Panik.

 

 Flechten an Hochstamm im Freilandquarrier

 


Was sind Flechten überhaupt?

 

Flechten zählen zur Gruppe der Epiphyten – das sind Lebewesen, die als Aufsitzer auf Untergründen (Substraten) wachsen, ohne diese Wirte für Wasser- oder Nährstoffversorgung ‚anzuzapfen‘.

 

Flechten sind also keine Parasiten und was das ‚Substrat‘ angeht, sind sie auch nicht sehr wählerisch. Damit lässt sich auch erklären, warum Flechten auf künstlichen wie natürlichen Oberflächen zu finden sind und mitnichten nur an Pflanzen. Auch an Steinen, Fels- oder Betonflächen,  auf metallischen oder lackierten Oberflächen und in der Baumschule beispielsweise auch auf der Kunststoffoberfläche des Bändchengewebes unserer Containerstellflächen wachsen Flechten. 


Unterschiedliche Flechtenarten siedeln dabei auf unterschiedlichen ‚Substraten‘ – die Zahl der hierzulande anzutreffenden Flechtenarten wird auf etwa 1700 geschätzt.




Flechten siedeln mitnichten nur auf Gehölzen: 

Auch auf lackierten Oberflächen (Bild oben), 

auf Stein und sogar auf dem Bändchengewebe 

unserer Containerstellflächen (Bild unten rechts) 

finden sich Flechten als klassische Pioniere

 



Wohngemeinschaften aus Pilz und Alge

 

Flechten bezeichnen eine Lebensgemeinschaft zwischen einem (oder auch mehreren) Pilzen sowie Grünalgen oder Cyanobakterien. Gemeinsam bilden sie die Wuchsform ‚Flechte‘. Flechten werden botanisch dem Reich der Pilze zugeordnet.

 

Der Pilz bilden in dieser Gemeinschaft mittels der Pilzfäden den eigentlichen Vegetationskörper und sorgt für die Verankerung.


Die Alge bzw. das Cyanobakterium übernimmt mit ihrer Fähigkeit zur Photosynthese die Energiezufuhr. Vorteil für den Pilz (der sog. Mykobiont), der in der WG damit quasi die Hosen an hat: 


Die Algen (der sog. Photobiont) versorgen den Pilz mit zuckerhaltigen Verbindungen als Nährstoffe, der Pilz wiederum verlängert durch seine Pilzfäden den Prozess der Austrocknung des Mykobionten und schützt diesen vor schädlicher UV-Strahlung.

 

Da Flechten für eine aktive Wasseraufnahme Wurzeln fehlen, können sie auch nicht - im Unterschied zum Parasiten - ihre Wirtspflanze anzapfen. Die Regulierung des Wasserhaushaltes erfolgt vielmehr durch schwammartiges Aufsaugen von Niederschlägen, Tau oder Wasserdampf bei hoher Luftfeuchtigkeit. In Trockenphasen fallen Flechten trocken in eine photosynthetisch inaktive Ruhestarre. Ihren (sehr geringen) Nährstoffbedarf decken Flechten aus der Luft bzw. über im Niederschlagswasser gelöste Stoffe.

 

Angesichts dieses Lebenswandels ist es wenig verwunderlich, dass die meisten Flechten sehr langsam wachsen. Flechten können nur auf Standorten siedeln, auf denen sie nicht von Pflanzen überwachsen werden (denn dann könnten sie aufgrund des Lichtmangels keine Photosynthese betreiben) und wo Moose nicht konkurrenzstärker sind – wie es beispielsweise häufig auf feuchten Standorten der Fall ist.

 

Flechten sind also prädestiniert für die Besiedelung exponierter, ja sogar extremer Standorte. Auf Fels sind sie Pioniere, die zur Bodenbildung beitragen.

 


Unsere Gehölze: Extremstandorte für Flechten?

 

Uns interessieren die Flechten, die sich Baumrinde als ‚Substrat‘ aussuchen. Auch auf diesen lebenden pflanzlichen Unterlagen verhalten sich Flechten nicht als Parasit – weder Wasser noch Nährstoffe werden dem Phloem der Gehölze entnommen. 


Das Gehölz wird lediglich als Haftunterlage genutzt. Flechten finden sich häufig auf älteren Bäumen. Doch nicht nur an Baumarten mit gefurchter oder rissiger Borke zeigen sich Flechten. Auch glatte Stammoberflächen bieten noch ausreichend Haftmöglichkeiten. Da Gehölze ihre Rinde im Inneren des Stammes bilden (die Borke entsteht aus Kork und bereits abgestorbenen Teilen des Bastes), wird die Rindenbildung nicht durch Flechtenbesatz beeinflusst. 




Flechtenbesatz an Quercus robur im Landschaftsschutzgebiet Fischbeker Heide: 

Zeiger guter Luftqualität



Gegen die Entfernung von Flechten spricht somit außer den rein optischen Gründen, dass sie nicht schädigend für Gehölze sind und zahlreiche Flechten laut Roter Liste gar als gefährdet eingestuft werden.


Im Merkblatt ‚Flechten an Obstgehölzen‘ (Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt) wird erläutert, dass allenfalls ein flächiger Überzug die Atmung des Gehölzes beeinträchtigen könne, da Gehölze nicht nur über die Blätter, sondern mittels der Spaltöffnungen von Lentizellen oder Korkwarzen auch über die Zweige atmen würden. Flechtenbesatz am Fruchtholz, den Knospen oder bis an die Triebspitzen könne den Fruchtansatz mindern.

 

Einen umfangreicher Flechtenüberzug bei Obstgehölzen beurteilt die LLG Sachsen-Anhalt insofern kritisch, als der Bewuchs zur Überwinterung tierischer Schädlinge dienen könnte und die unter den Flechten schlechter abtrocknende Rinde Schadpilzen gute Bedingungen bieten könne.

 

Die Ansiedelung von Flechten und die unerlässliche Versorgung mit Feuchtigkeit wird von einem Mikroklima höherer Luftfeuchte begünstigt. Geringe Pflanzabstände, dichtes Kronengeäst, windgeschützte und/ oder luftfeuchte Lagen können das Auftreten von Flechten begünstigen. 


Geschlossene Baumschulquartiere bieten Flechten insofern relativ gute Bedingungen, wobei die Stämme junger Bäume allenfalls arttypisch gefurcht und ansonsten eher glatt sind. Bei uns finden sich bei Hochstämmen in den Freilandquartieren nur vereinzelter Flechtenbesatz und dort vor allem bei längeren Standzeiten (größeren Qualitäten).


Als Zeigerpflanzen geringer Luftverunreinigungen kann das Auftreten von Flechten durchaus auch sehr positiv beurteilt werden. Flechten lassen sich sogar als Bioindikatoren für Schadstoffbelastungen der Luft einsetzen.

 



Flechte = saubere Luft? 

Keine Regel ohne Ausnahme

 


Doch keine Regel ohne Ausnahme: Die blattförmige Gewöhnliche Gelbflechte Xanthoria parietina (Bild) mag als sog. ‚Stadtflechte‘ die mit düngenden Stickstoffverbindungen angereicherte (eutrophierte) belastete Luft von Innenstädten und Gewerbegebieten bzw. verhält sich tolerant gegenüber Luftverschmutzung – sogar gegenüber Schwermetallbelastung.  

 



Optischer Mangel




Flechtenbesatz an frisch gelieferten Solitärs von 

Betula utilis 'Doorenbos': Optischer Mangel 

(Foto: BHF Landschaftsarchitekten, Kiel)



Ein Flechtenüberzug beispielsweise an einem ausgesprochenen Rindenschmuckgehölz wie der Weißrindigen Himalaya-Birke (Betula utilis ‘Dorenbos‘) deutet zwar nicht auf Vitalitätsmängel hin. 


Aus Kundensicht muss ein solcher Flechtenüberzug jedoch als optischer Mangel bewertet werden. Hervorragendes Verwendungsmerkmal dieses Gehölzes ist eine schließlich die weiße Rinde. 

 

Abhilfe verspricht eine sorgsame Stamm- bzw. Triebpflege. Zahlreiche Flechtenarten haften recht locker an der Borke und lassen sich meist leicht entfernen. 





Entfernung von Flechten von Trieben eines alten Exemplars von Magnolia liliiflora 'Nigra': 

Eine herkömmliche (am besten nicht zu harte) Wurzelbürste ist das geeignete Werkzeug für 

die Stammpflege



Stammpflege älterer Gehölze lässt sich am besten im Winter durchgeführt wird: Mittels einer geeigneten Bürste lässt sich der Flechtenbelag meist problemlos entfernen. Die Bearbeitung mit der Baumbürste sollte nur mit wenig Druck erfolgen, um Verletzungen der Baumrinde zu vermeiden: Drahtbürsten sind ungeeignet!


Suchen Sie jetzt bloß nicht nach 'Baumbürste' - eine herkömmliche, nicht zu harte Wurzelbürste ist vollkommen ausreichend.

 

Allerdings steigt nach Entfernung alter, flächiger Flechtenüberzüge, die quasi eine zusätzliche Schutzschicht auf der Borke gebildet haben, womöglich das Risiko von Sonnenbrand und Spannungsrissen. Ein Kalkanstrich bis in die Krone nach Entfernung des Flechtenüberzuges kann durch Reflektion davor schützen.

 

Ein fachgerechter Schnitt bei Obstgehölzen (regelmäßiges Auslichten der Baumkrone) hält die Krone offen und gut durchlüftet. 

 

 

Quellen:

 

Bryologisch-Lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa e.V. (BLAM): Allgemeines zur Flechtenkunde; abgerufen unter https://blam-bl.de/lichenologie.html (Januar 2021)

 

Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt, Bernburg (Saale): Merkblatt Flechten an Obstgehölzen, August 2018

 

Margraf, Dr. Klaus: Keine Panik bei Flechten und Algen an Gehölzen, in: Gartenpraxis 12/2018, Ulmer-Verlag

 

NABU: Die Gelbflechte: Mehr Aufmerksamkeit für die Doppelwesen aus Pilz und Alge; abgerufen unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/pilze-flechten-moose/artenportraets/01837.html (Januar 2021)

 

Wikipedia.de: Flechte; abgerufen unter https://de.wikipedia.org/wiki/Flechte (Januar 2021)

 



Veröffentlicht in Botanik am 12.01.2022 8:12 Uhr.

Wir wünschen einen guten und gesunden Start ins neue Jahr

Ab Montag, den 10.01.2022 sind Büro- und Hofteam mit frischer Tatkraft zurück aus dem Weihnachtsurlaub.


Weihnachtsmänner mit Chefin und Burgerjungs für 
alle am 22.12.2021 bei uns auf dem Hof - und danach: Weihnachtsferien!


Wir bedanken uns für ein gutes Baumschuljahr und Ihr Vertrauen in unsere Leistungen und werden uns auch im neuen Jahr anstrengen, die gute Schule für Ihre Pflanzen zu sein. 






Veröffentlicht in Baumschule am 27.12.2021 17:31 Uhr.

Unser besonderer Kalender für 2022

Während wir noch auf unseren neuen Deutz-Fahr Traktor warten,  haben wir einen Wandkalender mit unseren Vintage-Schlepper zusammengestellt. Den können Sie kaufen!



Neben modernen Fendt-Traktoren, Golf-Carts und einem Radlader ist bei uns seit den 1960er Jahren noch immer eine große Flotte Eichertraktoren im nahezu täglichen Einsatz, vom Schmalspurschlepper 566 Turbo bis zum Königstiger.

Für Vintage-Schlepper-Fans ist das ein schöner Anblick - und die alten Schlepper haben (auch unter unseren Mitarbeitern) zahlreiche Fans. Baumschule Fredo Schröder aus Wiefelstede (Ammerland) rühmt sich zum 50. Firmenjubiläum gar mit der wohl größten noch im Arbeitseinsatz befindlichen Hanomag-Schlepper-Flotte (10 Maschinen). Respekt! 

Doch fehlender Komfort, eingeschränkte Produktivität wie auch die aus heutiger Sicht gewöhnungsbedürftige Bedienung und Bedienbarkeit dieser alten Maschinen erfordern den sukzessiven Ersatz durch moderneres Gerät.

Umso schöner sind die vor Mechanik strotzenden Schlepper in ihrer verblichenen und abgearbeiteten Schönheit anzusehen.


 
12 Monate Bradfisch-Schlepper-Nostalgie


Wir haben uns daher entscheiden, zu Ehren dieser Flotte für die 12 Monate 2022 einen Wandkalender zu gestalten. 

Abgebildet sind keine Schlepper in Pebble-Beach-Hochglanz sondern Arbeitsgeräte mit ihrer besonderen Patina.

Neben den Eicher-Raubkatzen ist auch unser hinreißender Deutz D40 dabei - und lässt uns vorfreuen auf unseren nagelneuen Deutz-Fahr...

Sie können ein Exemplar dieses limitierten Kalenders erwerben:

Kalender DIN A3 (ca. 29,7 x 42 cm)
Querformat, 12 Seiten plus Deckblatt, seidenmatt,
Spiralbindung
zum Preis von 19,50 €/ Stk  inkl. 19 % MwSt (3,11 €)
zzgl. 4,50 € Versand

Wenn Sie einen Kalender erwerben möchten, mailen Sie bitte an stoldt[at]bradfisch.de. Die Kalender werden gegen Rechnung ab Anfang Dezember verschickt und solange der Vorrat reicht.




Veröffentlicht in Baumschule am 22.11.2021 9:05 Uhr.

Unsere neue Büroküche ist fertig

Nachdem im vergangenen Jahr der Aufenthaltsraum grundlegend modernisiert wurde, war es in diesem Sommer Zeit, die Büroküche zu sanieren. 



Die Bezeichnung ‚Makeover‘ wäre angesichts 

des bescheidenen Ausgangszustandes doch 

arg euphemistisch… 





Die ursprüngliche Küche, allerdings schon mitgenommen vom Start der Renovierung 

von Boden und Wänden des Büro-Altbaus



Makeneu war erforderlich, schließlich ist die Küche auch Aufenthalts- und Pausenraum für unser Büroteam. Ein stillgelegter Anschluss für einen Gasherd erinnert daran, dass hier einstmals sogar richtig gekocht wurde, diente das Büro doch zunächst als Wohnhaus. 





Die Kombination aus salbeigrünen Fronten und Ledergriffen, Eschen-Arbeitsplatte (Nachbildung) und Eichen-Dekor-Boden (Vinyl) ergibt einen wohnlichen und harmonischen Aufenthaltsraum. 


Und die mittlerweile ikonische ‚Woods‘-Tapete von Cole & Son mit den grafischen Birken erscheint nicht nur wie gemacht für die Verwendung in den Räumen einer Baumschule. Wie es der Zufall will, stammt das Design aus dem Gründungsjahr der Baumschule Bradfisch – nämlich aus dem Jahr 1959.




Kein Umbau ohne Herausforderungen - 

so scheint hier noch der Kleber durch die 

(zu) dünne Plattenverkleidung der 

Nischenrückwand: 

Hier erfolgt noch ein deckender Anstrich






Unser Dank für die tatkräftige handwerkliche Umsetzung gilt wiederum dem Team um Malermeister Dirk Schrieber aus Borstel-Hohenraden, unserem Elektroinstallateurmeister Hubert Schmidt aus Groß-Offenseth sowie dem schlagkräftigen und pragmatischem Küchenmöbel-Aufbauteam!




Veröffentlicht in Baumschule am 18.10.2021 11:48 Uhr.

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Inh.: Bettina Stoldt, Dipl.-Ing. agr. (FH)

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