Wintergehölze: Acer rufinerve Rostbart-Ahorn
Henning Stoldt Landschaftsarchitekt

Rinden, Früchte, Immergrüne

Winter im Garten ?

Nicht nur düster und kahl !


Im Winter-Garten lassen sich  feine Nuancen und Überaschungseffekte entdecken und in der Bepflanzung gezielt einsetzen.  Zur Inspiration stellen wir eine Auswahl an Wintergehölzen,  Gräsern und Stauden mit einem schönem Winterbild vor


Henning Stoldt

Landschaftsarchitekt

Winter-Garten Wintergehölz Cornus alba Sibirica

Winterbilder im Garten: Struktur und Überraschung


Gehölze, Stauden, Gräser: Schmuckstücke für den Garten im Winter


Haben Sie schon einmal zusammengezählt, für wie lange sich ein Garten in unseren Breiten in der Winterruhe befindet ? Vom letzten Laubfall etwa Mitte bis Ende November bis zum Frühlingserwachen mit den ersten Blüten der Forsythien Ende März/ Anfang April wie im Jahr 2018  (siehe Forsythien-Kalender des Deutschen Wetterdienstes für den Standort Lombardsbrücke Hamburg) vergehen immerhin über vier lange Monate, in denen Vegetationsruhe herrscht. Bis alle Laubgehölze Mitte Mai wieder Blätter tragen, dauert es sogar etwa fast ein halbes Jahr.


Die ersten Vorfrühlingszwiebelblüher wie Winterlinge (Eranthis hyemalis) und Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) im Januar/ Februar sind wertvolle Vorboten, ändern aber zunächst wenig an der Struktur des Wintergartens.


Angesichts dieser langen Zeitspanne lohnt es sich, dem winterlichen Garten ein wenig mehr Beachtung zu schenken. Denn der Garten ist während der Vegetationsruhe nicht verschwunden ! Wir begegnen ihm auf dem Weg nach drinnen oder draußen, wir sehen ihn durch die Fensterscheiben. Was wir entdecken könnten, sind weniger gestalterische Pauken und Trompeten (diese Instrumentierung überlassen wir den restlichen Jahreszeiten).


Was gezielt in unseren Gärten verwendet werden könnte, spielt eine feinere Melodie:


Die Natur hält vor allem im Winter Kontraste bereit, dazu viel Textur und auch ein wenig Farbe. Dies sind die Zutaten für ein stimmungsvolles winterliches Gartenbild.


Strukturen werden sichtbar

Baumarten im Winter: Typische Silhouetten von Wintergehölzen

Gehölze im Winter - einige Baumarten zeigen im Winter sehr typische Silhouetten

Von links oben im Uhrzeigersinn: Salix alba 'Tristis' (Trauer-Weide) | Quercus robur (Stiel-Eiche) | Pyrus spec. (Birne) |  Pinus sylvestris (Wald-Kiefer) | Larix decidua (Europäische Lärche) | Betula pendula (Sand-Birke) | Tilia cordata (Winter-Linde) | Quercus robur 'Fastigiata' (Säulen-Eiche)

Im winterlichen Garten zeigt sich das Gartengrundgerüst. Die Proportionen und Raumbildung aus befestigten Flächen zu Solitär- und Gruppengehölzen, zwischen sommer- und immergrünen Gehölzen, zwischen frei wachsenden und streng geschnittenen Gehölzen werden sichtbar. Mit Schneehaube stellt sich der Garten dann nochmals ganz anders dar.

Wintergehölze: Strukturen im winterlichen Garten

Erstaunliche Vielfalt


Die Winterzeit im Garten kann bei oberflächlicher Betrachtung als einfarbig, als grau-in-grau mit schwarzem Geäst beschrieben werden.


Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Abstufungen nuancierter, feiner sind. Hinzu kommen kann bei sorgfältiger Planung ein umso stärker wirkender Überraschungseffekt, wenn sich zwischen den Graustufen plötzlich Farbe zeigt !


Die Palette von Pflanzen, mit denen sich winterliche Überraschungseffekte auch ohne die  Spezial-Zutaten Rauhreif und Schneefall erzielen lässt, ist einerseits erstaunlich groß.


Andererseits reicht es für eine außergewöhnliche Bildwirkung schon aus, sich zu beschränken. Eine unüberschaubare Pflanzenauswahl ist gar nicht vonnöten. Die gezielte Wahl von 2 bis 4 Arten, die mit dem Stilmittel der Wiederholung geschickt im Garten angeordnet werden, verblüffen in ihrer Effizienz und Wirkung.


Wintergehölze Winterbild Horstensien im Winter-Garten

Hortensien sind ein Inbegriff des Hochsommers. Wer die Blütenstände im Herbst abschneidet, bringt den Garten um ein reizvolles Winterbild der abgeblühten Blütenstände bei Raureif und nach Schneefall

Welche Ideen einen winterlichen Garten im Sinne eines 4-Jahreszeiten-Gartens bereichen können, zeigen wir Ihnen mit den folgenden Beispielen aus dem Gehölzsortiment und Impessionen von Stauden und Gräsern im Winterkleid. Da das Thema winterlicher Garten nicht isoliert betrachtet werden sollte, versichern wir Ihnen, dass die vorgestellten Gehölze auch im übrigen Gartenjahr eine attraktive Erscheinung darstellen.

Rinden und Borken

Wintergehölze: Schöne Rinden und Borken

Rinden- bzw. Borkentypen: Ringelborken bei Kirsche und Birke (oben links), Netzborke bei Stiel-Eiche und Schwarz-Pappel (oben rechts), Schuppenborke bei Platane, Kiefer und Amberbaum (unten rechts) - keine Borke, sondern eine glatte Stammoberfläche bei der Rot-Buche (unten ganz rechts)

Farbe im Wintergarten kommt nicht zwangsläufig nur von den Gehölzblüten. Sicher: Mit den Zaubernüssen (Hamamelis), dem Winter-Duft-Scheeball (Viburnum x bodnantense ’Dawn’), dem Jasmin (Jasminum nudiflorum)  und der Winterkirsche (Prunus subhirtella ’Autumnalis’) haben wir unglaublich wertvolle Winterblüher im Sortiment.


Hier soll es um die Strukturen im Wintergarten gehen – nehmen wir die Winterblüher als besonderes Extra !


Struktur und Farbe von Gehölztrieben und Borken (bzw. Rinden als Synonym) sowie lange haftende Früchte einiger Gehölze machen den Wintergarten zusammen mit der Silhouette der (hoffentlich noch nicht abgeschnittenen !) Krautschicht aus Gräsern und Stauden aus.


Bei Bäumen treten nun unterschiedliche Borkentypen in den Vordergrund:


  • Ringelborken wie bei Birken, Kirschen oder Lebensbaum
  • Netzborken wie bei den Eichen, einigen Pappeln und der Esche
  • Platten- und Schuppenborken mit schuppen- oder streifenförmig aussehenden Borken als meistverbreiteter Borkentypus wie bei den Platanen, Berg-Ahorn, Kiefer oder Amberbaum


Andere Baumarten wie beispielsweise die Rot-Buche haben einen glatten Stamm ohne Borke.

Winterklassiker: Birken

Wintergehölz: Betula pendula

Die Birke ist der (Borken-) Star unter den großen Bäumen im Winter.


Zäh, schlank, typisch mit filigranem Astwerk und schwarz-weisser Rinde, ist sie ein Favorit in Stadt- und Landgärten – ausgenommen bei Allergikern und der Gruppe der Birkenhasser. Die Birke hat unbestritten eine sehr hohe allergene Potenz  - dass die Pollen unter dem Einfluss der stetig steigenden menschengemachten Luftverschmutzung auf Allergiker aggressiver wirken, kann jedoch nicht der Birke angelastet werden.


Diese Pionierpflanze, heimisch in nördlichen Regionen, verträgt tiefste Temperaturen. Die weisse Rinde reflektiert die tiefen und starken nördlichen Sonnenstrahlen, ein Attribut, das die Züchter weiterentwickelt haben, um markante und zierende Sorten für den Wintergarten zu entwickeln, unter anderem die weiss-rindige Himalaja-Birke (Betula utilis var. jacquemontii bzw. B. utilis ’Doorenbos’). Und wer nach dem frühen Einbruch der winterlichen Dunkelheit beim Blick aus dem Fenster nicht in ein schwarzes Loch schauen möchte, dem sei die Illumination der Birke empfohlen !


Drei Birkenarten sollen exemplarisch genannt werden:

Birkenarten Rinden
  • Betula pendula | Sand-Birke (Bilder links und Mitte- links)
  • Betula utilis 'Doorenbos' | Himalaya-Birke (Bild Mitte-rechts)
  • Betula nigra | Schwarz-Birke (Bild rechts)

Betula pendula | Sand-Birke


Verbreitung: von Europa über Kleinasien, Kaukasus bis Iran


Wuchs: Großbaum I. Ordnung mit schlankem Stamm und hochgewölbter, transparenter Krone, lockerer und malerischer Habitus; die feinverzweigte Seitenbezweigung hängt oft lang schleppenartig herunter; schnellwachsendes Gehölz; Endhöhe zwischen 25 und 30 m; eine ausgeprägte Schleppenbildung bietet die Sorte ’Tristis’ (Hänge-Birke)


Blatt: sommergüne, dreieckige bis rautenförmige Blätter mit grob gesägten Blatträndern, Farbe hellfrisch-grün, leicht glänzend; Blätter treiben früh aus


Eine Birke mit ähnlichem Habitus wie die Sand-Birke, jedoch mit etwas größerem Blatt und dem frühesten Austrieb unter den Birken ist die aus Asien stammende Japanische Weiß-Birke (Betula platyphylla var. japonica).


Herbstfärbung: gelb bis prächtig goldgelb, Ende Oktober/ Anfang November; die wohl schönste Herbstfärbung unter den Birken zeigt die Gold-Birke (Betula ermanii), deren Hauptstämme im Unterschied zur weiß abrollenden Rinde der Sand-Birke rosaweiß bis cremeweiß abrollt


Ansprüche: Sonniger Stand, als Pionierbaumart toleriert die Sand-Birke nahezu jede Bodenart, auch trockene und arme sandige Böden


Wintergehölze: Betula pendula Sand-Birke

Betula utilis 'Doorenbos'

(B. jacquemontii) | Himalaya-Birke


Verbreitung: Westliches Himalaya


Wuchs: mittelgroßer Baum II. Ordnung, häufig mehrstämmig, Habitus ähnlich wie Betula pendula, aber mehr breit-ovale Kronenform und weniger starkwüchsig, Äste eher waagerecht, keine Schleppenbildung


Blatt: sommergrün, mit herzförmigem Umriss, ähnlich wie Betula pendula, aber größer; Herbstfärbung goldgelb


Ansprüche: Sonniger Stand, gilt hinsichtlich des Bodens als anspruchslos und wächst auf sauren wie neutralen, frischen bis feuchten und auch ärmeren Böden


Wintergehölze: Betula utilis Doorenbos Himalaya-Birke

Winterlicher Zierwert: Die Himalaya-Birke zeigt das stahlendste Weiß aller Birkenarten: Während junge Triebe braun bis olivbraun gefärbt sind, färben sich ältere Äste über gelbbraun hin zu reinweiß, wobei die quergestreifte Rinde in dünnen Papierfetzen abrollt.


Die Himalaya-Birke zählt in England zu den meistgepflanzten Gartenbäumen.

Betula nigra | Schwarz-Birke


Verbreitung: Östliches Nordamerika


Wuchs: Baum II. Ordnung, mit offener, trichterförmig ausgebreiteter Krone; Höhe bis gut 15 m


Blatt: sommergrün, im Umriss eiförmig, oberseits glänzend grün, unterseits grau, Herbstfärbung leuchtend gelb


Ansprüche: sonniger bis absonniger Stand; am Naturstandort wächst die Schwarz-Birke auf feuchten und sogar überschwemmten Böden (‚Fluß-Birke’), sie gedeiht jedoch auch auf trockeneren Standorten

Wintergehölze: Betula nigra Schwarz-Birke

Winterlicher Zierwert: Die Rinde ist hellbraun-rot bis silbrig-grau gefärbt, im Alter schwarzbraun. Besonderes Merkmal ist die sich kraus aufrollende Rinde, die am Stamm haften bleibt

Eigenschaften und Verwendung von Birken


Birken sind berüchtigte Flachwurzler mit aggressivem Wurzelwerk, das auch Beläge anheben kann (wie das Wurzelwerk vieler Pionierbaumarten) und nicht zur Verwendung in kleinen Baumscheiben innerhalb befestigter Flächen geeignet.


Wer diese Besonderheit bei der Wahl des Standortes (ausreichend freier Wurzelraum) berücksichtigt oder Vorkehrungen schafft (vertikale Wurzelsperre), benötigt nur noch eine Auswahl geeigneter Pflanzen zur Unterpflanzung. Finden Gehölz- und Unterpflanzung zum gleichen Zeitpunkt statt, so kann sich aus eigener Beobachtung die Unterpflanzung auf die starke Wurzelkonkurrenz besser einstellen als bei einer nachträglichen Unterpflanzung einer schon am Standort etablierten Birke.


Für eine nachträgliche Unterpflanzung mit krautigen Pflanzen unter eingewurzelten Birken sollten Pflanzplätze in Lücken zwischen den teils brettartigen Haupt-Seitenwurzeln gewählt werden. Die beste Pflanzzeit ist von Spätsommer bis Herbst, so dass die krautigen Pflanzen außerhalb der Wachstumsphase der Birke (als Phase des größten Wasserentzuges aus dem Boden) und noch vor der Wachstumsruhe im Winter anwachsen können


Diese Flächen werden soweit es geht vorbereitet:


  • Beseitigung Aufwuchs
  • Lockerung der obersten Bodenschicht
  • Auftrag Laubkomposterde in etwa 3 bis 4 cm Dicke
  • Herstellung Pflanzlöcher
  • Durchdringende Wässerung und Pflanzung der krautigen Pflanzen
  • Abdeckung mit angerottetem Rindenmulch als zusätzlicher Wasserspeicher für die krautigen Pflanzen (keine Holzhäcksel !)
  • Bedarfsgerechte Wässerung


Für eine Unterpflanzung mit Gräsern und Stauden im trockenen Halbschatten bis Schatten eignen sich


  • Calamagrostis varia (Berg-Reitgras)
  • Epimedium x perralchicum ‘Frohnleiten’
  • Geranium macrorrhizum in Sorten (Balkan-Storchschnabel)
  • Lithosperum purpurocaeruleum (Purpurblauer Steinsame)
  • Luzula sylvativa (Wald-Marbel)
  • Montia sibirica (Sibirischer Portulak)
  • Waldsteinia geoides (Gold-Erdbeere)


Ist das Angebot an Bodenfeuchtigkeit ausreichend oder der Pflanzstandort am Rand des Wurzelbereiches der Birke, sind sehr schön passende krautige Partner auch


  • Bergenien-Hybriden (Bergenie) – Staude mit gutem Winteraspekt !
  • Brunnera macrophylla ’Jack Frost’ (Silbriges Kaukasusvergissmeinnicht) – sehr schöne Blattschmuckstaude
  • Carex morrowii ’Variegata’ und C. m. ssp. foliosissima in Sorten (Japan-Seggen) – als wintergrüne Ergänzung; Vorsicht: verdrängt andere Stauden
  • Heuchera-Sorten (Purpurglöckchen)

 

Birkenstamm mit Efeu

Zu den konkurrenzstärksten Gehölzen für eine Unterpflanzung von Birken zählen


  • Hedera helix (Efeu)
  • Lonicera nitida u. Sorten (Hecken-Myrthe)
  • Mahonia aquifolium (Mahonie)
  • Prunus laurocerasus und Sorten (Kirschlorbeer)
  • Pyracantha-Arten und Hybriden (Feuerdorn)


Birken zählen zu den Gehölzen, die besser im Frühjahr mit dem Austrieb gepflanzt werden sollten. Wir bieten zahlreiche Birken auch in Containerbaumqualität an – für sichere Anwuchsergebnisse !


Birken bringen Transparenz, Lockerheit, Rauschen der Blätter und eine insgesamt belebende Wirkung mit und eignen sich sowohl als Solitäre wie zur Gruppenpflanzung. Die Weißrindige Himalaya-Birke (Betula utilis ’Doorenbos’) mit ihrem schwächeren Wuchs eignet sich auch für kleinere Gartenräume. Als hainartige Pflanzung wie auf einer Rasenfläche und am besten vor einer dunkelgrünen Heckenkulisse lässt sich ein hervorragendes Winterbild und auch in Kombination mit Blumenzwiebelblühern eine herrliche Frühlingsstimmung erzeugen.


Denken Sie dabei nicht nur an Hochstämme – Birken sind auch als mehrstämmige Solitär-Qualität wunderschön !


Nach wie vor werden Birken auch als Straßenbäume in schwach befestigten Flächen gepflanzt wie in jüngerer Zeit beispielsweise im neuen Lübecker Hochschulstadtteil.

Winterlicher Zierwert: Borke älterer Äste und des Stamms weiß abrollend, an der Stammbasis schwarz und gefurcht, weiße und schwarze ‚Warzen’ bilden eine Landkarte; malerischer Habitus ist durch die feine und feinverzweigte herabhängende Seitenbezweigung im Winter gut ablesbar, hinreißend mit Rauhreif oder Schneebedeckung

Schlangenhäute


Viele Ahornarten sind schon hervorragende Herbstfärber. Sie ‚können’ aber noch mehr. Mit ihren teils aufregenden Rindenmaserungen fällt besonders die Gruppe der Schlangenhaut-Ahorne auf. Trotz unterschiedlicher Verbreitungen (zwei Japaner, ein Nordamerikaner) ähneln sich die drei nachfolgend beschriebenen Arten in Habitus und jeweils 3-lappigem Blatt.

Acer rufinerve |  Rostbart-Ahorn

Bild: Liné1, Acer rufinerve trunc 02 by Line1,

CC BY-SA 3.0

Verbreitung: Japan


Wuchs: aufrecht wachsender Großstrauch oder kleiner Baum, etwa 7 bis 9 m hoch, Habitus mit aufrecht strebenden, locker verzweigtem Geäst


Winterzierde: Diese Art hat glänzend olivgrüne Triebe und Stämme mit sehr attraktiven weiße Längsstreifen (keine Spur von Rallye-Streifen !) Die Bezeichnung ‚rotstielig’ verweist übrigens auf die rötlichen Blattnerven und Blattstiele;


Herbstfärbung: Leuchtendes Karmin-Rot


Ansprüche: Sonnig bis absonnig, bevorzugt durchlässige, nahrhafte Oberböden, sauer bis neutral




Acer pensylvanicum Streifen-Ahorn


Verbreitung: östliches Nordamerika, östliches Kanada


Wuchs: meist mehrstämmiger Strauch oder kurzstämmiger Kleinbaum, Höhe bis maximal 6-8 m, lockerer, sehr gefälliger Habitus mit ausgesprochener Solitärwirkung


Winterzierde: glatte, hellgrüne Rinde mit dekorativen weißen Längsstreifen


Herbstfärbung: leuchtend hellgelb; von den drei vorgestellten Schlangenhaut-Ahornen hat der Streifen-Ahorn das größte Blatt


Ansprüche: sonnig bis schattig (wächst am Naturstandort als Unterholz im Wald), wächst optimal auf frischen bis feuchten, humosen, nahrhaften Oberböden, die sauer bis neutral sein sollten




Acer rufinerve | Rostbart-Ahorn

Zur Gruppe der Schlangenhautahorne zählen:


Acer capillipes  

Rotstieliger Schlangenhaut-Ahorn

Wintergehölze: Acer capillipes Rotstieliger Schlangenhautahorn

Acer capillipes |  Rotstieliger Schlangenhaut-Ahorn

Bild: Kurt Stüber [1], Acer capillipes1, CC BY-SA 3.0

Verbreitung: Japan


Wuchs: meist mehrstämmiger Strauch oder kurzstämmiger Kleinbaum, Höhe bis maximal 6-8 m, straff aufrecht strebende Äste, lockere Krone


Winterzierde: olivgrüne und bereifte junge Trieben, Äste grün mit weißen Längsstreifen


Herbstfärbung: gelb-orange bis karminrot


Ansprüche: Sonnig bis absonnig, bevorzugt durchlässige, nahrhafte Oberböden, sauer bis neutral




Verwendung der Schlangenhaut-Ahorne


Um möglichst viel vom schönen Habitus und der besonderen Rindenstruktur im Winter wahrnehmen zu können, empfehlen wir die Verwendung als Solitäre im Vordergrund bzw. im großen Garten als kleine Gruppe – und in mehrstämmiger Erziehungsform. Alle drei Arten lassen sich aufgrund der lichten Kronen gut unterpflanzen – Vorschläge für eine Kombination zum Thema Herbstfärbung finden Sie hier bei unseren Ideen zur Benachbarung vom Eisenhutblättrigen Ahorn Acer japonicum ’Aconitifolium’.


Die Schlangenhaut-Ahorne lassen sich auch als Kübelpflanzen in großen Pflanzgefäßen verwenden.


Koralle: Acer palmatum ’Sango-Kaku’ Korallenrinden-Ahorn

Wintergehölze: Acer palmatum Sango-Kaku Korallen-Ahorn


Wuchs: strauchförmig wachsendes Gehölz mit malerischem Habitus, im Alter mit breit ausladender Krone, Höhe bis etwa 6 m


Winterzierde: auffallende, in den Wintermonaten knall-korallenrot leuchtende Zweige und dazu eine schöne goldgelb-aprikot- bis hellrote Herbstfärbung.


Ansprüche: sonnig bis halbschattig; windgeschützt; optimal auf nicht zu trockenen, sandig-humosen und gut durchlässigen Lehmböden, sauer bis neutral; entsprechend der Herkunft aus Wäldern des japanischen und koreanischen Hoch- und Tieflandes mögen Fächer-Ahorne hohe Luftfeuchtigkeit und eher kühle Standorte – dieses Gehölz verträgt als Flachwurzler mit hohem oberflächennahem Feinwurzelanteil sommerliche Trockenperioden ausgesprochen schlecht !


Dieser Fächer-Ahorn ist eine ganzjährig erfreuliche Erscheinung. Die hellrot gefärbten Jahrestriebe leuchten den ganzen Winter hindurch. Wie alle kleineren Fächer-Ahorne eignet sich diese Sorte auch vorzüglich als hausnaher Blickfang im großen Pflanzkübel.


Prise Exotik:

Acer griseum | Zimt-Ahorn

Wintergehölze: Acer griseum Zimt-Ahorn Detail Rinde

Verbreitung: nordwestliches China


Wuchs: meist mehrstämmiger Großstrauch oder kurzstämmiger Kleinbaum III. Ordnung mit lockerer, offener Krone, oft malerisch gewachsen, i.d.R. 5 bis 7 m hoch, Habitus breitkronig-trichterförmig, langsamwüchsig


Winterlicher Zierwert: seinen Namen Zimt-Ahorn verdankt dieses Gehölz seiner außergewöhnlich zierenden zimtstangenfarben (bis rotbraun) gefärbten Rinde. Die Rinde rollt in papierartigen Fetzen/ Locken ab, bleibt dabei aber am Baum haften.


Blätter: sommergrün, 3-zählig, im Umriss elliptisch, oberseits dunkelgrün, unterseits bläulich, Blattrand leicht gezähnt


Herbstfärbung: spät, leuchtend rot bis rotorange


Ansprüche: sonnig bis halbschattig, sauer bis schwach alkalische, frische bis feuchte, durchlässige Böden

Wintergehölze: Acer griseum Zimt-Ahorn

Verwendung: Zimt-Ahorne sind exotische winterliche Gehölzschätze, deren Rindenspektakel noch durch eine entsprechende Unterpflanzung farblich gesteigert werden kann (wenn der Baum nicht als Solitär auf einer Rasenfläche steht ...):


  • Heuchera micrantha ’Purple Palace’ und Heuchera 'Caramel’ oder ’Obsidian’ (Purpurglöckchen)
  • Carex buchananii mit rotbraunem, feinem Laub (Fuchsrote Segge)
  • Carex testacea (Orangefarbene Neuseeland-Segge) – dichte Horste aus feinem, bogig überhängendem Laub und typischer orangebrauner Blattfärbung
  • Deschampsia cespitosa in Sorten mit ihren wolkigen Blütenständen (Wald-Schmiele)
  • Epimedium x perralchicum ‘Frohnleiten’ (Elfenblume) mit hübscher Blattzeichnung und rotgeränderter Herbstfärbung
  • Panicum virgatum ’Shenandoah’ (Purpur-Rutenhirse) mit früher und intensiver bordeauxroter Herbstfärbung


Auf Winterglanz poliert: Zier-Kirschen

Wintergehölze: Rinden Prunus-Arten

Stämme von Zier-Kirschen (von links nach rechts): Prunus yedoensis (Tokyo-Kirsche) | Prunus serrulata (Scharlach-Kirsche) | Prunus serrula (Mahagoni-Kirsche) | Prunus fruticosa 'Globosa' (Kugel-Steppenkirsche)

Der Stamm der Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula) glänzt und strahlt wie auf Hochglanz poliert. Die sich farblich davon abhebenden caramelfarbigen Ringe wirken wie Pinsel-Querstriche und steigern das exotisch wirkende Aussehen. Im Alter können Teile des Stammes allerdings recht runzlig werden, so dass die attraktiven glatten Flächen abnehmen.


Wem eine besonders schöne Zier-Kirschbaumblüte wichtiger ist, könnte mit der Scharlach-Kirsche richtig liegen: Prunus sargentii vereint mit  reichlich angesetzten rosa gefärbten Blüten, der prächtigen und regelmäßig guten Herbstfärbung (orange bis scharlachrot) sowie der schönen Rinde so viele gute Eigenschaften, so dass sie die wohl schönste rosa blühende Zier-Kirsche im Sortiment ist. Die Borke ist wie bei der Mahagoni-Kirsche glänzend, hier allerdings eher grau-braun und nicht ganz so auffällig wie bei P. serrula.


Winterlicher Buschbrand:

Roter und Weißer Hartriegel

Wintergehölz Winter-Garten Cornus alba Sibirica Rotrindiger Weißer Hartriegel

Überraschung !


Sobald die Blätter des im Sommer recht dicht belaubten Roten Hartriegels (Cornus sanguinea) oder des Rotrindigen Weißen Hartriegels (Cornus alba ’Sibirica’) abgefallen sind, verwandelt sich der eher unscheinbare Deckstrauch in ein je nach Art und Sorte korallen-, blut- oder orangerot loderndes Gartenfeuer mit exzellenter Fernwirkung. Cornus alba 'Sibirica' liegt dabei in der Leuchtkraft seiner jungen Triebe vorne.


Im Herbst erfreuen diese Hartriegel außerdem mit einer ausgesprochen schönen Herbstfärbung in leuchtend weinrot bei C. sanguinea und Sorten und gelb-rot bei C. alba ’Sibirica’)


Verbreitung: C. sanguinea ist in ganz Europa verbreitet und gilt als heimisches Gehölz, C. alba findet sich weiter östlich über Sibirien bis auf die koreanische Halbinsel


Wuchs: mittelhohe Sträucher, Wuchs zunächst straff aufrecht, später eher breit-aufrecht, C. sanguinea ist insgesamt breitwüchsiger und dichter verzweigt und wird mit etwa bis 6 auch höher als C. alba ’Sibirica’ (etwa 3 – 4 m hoch)


Ansprüche: anspruchslos, gedeiht auch auf trockenen Böden, bevorzugt werden eher feuchtere, kalkhaltige Böden, C. sanguinea mit der wohl größeren Standortamplitude


Wintergehölze: Cornus alba Sibirica Weißer Hartriegel

Eigenschaften und Verwendung: Die größte Leuchtkraft zeigen die frischen Jahres- und Vorjahrestriebe. Ältere Triebe dunkeln nach und vergrauen mit den Jahren. Daher ist es ratsam, diese ohnehin sehr schnittverträglichen Sträucher regelmäßig bis knapp über dem Boden zurückzuschneiden und so zu verjüngen. Eine weitere empfehlenswerte Sorte von Cornus sibirica ist ’Midwinter Fire’, dessen Triebe tatsächlich das Farbspektrum einer gelb-orange-rot lodernden Flamme nacheifern.


Die beste Wirkung lässt sich durch wiederholte Anordnung kleiner Gruppen dieses unproblematischen Gehölzes erzielen.


Diese Hartriegel sind der perfekte und kontraststarke Partner vor allem für weißrindige Birken, aber auch als (regelmäßig zurückgeschnittene) Unterpflanzung der Schlangenhaut-Ahorne vervollständigen sie ein hervorragendes Winterbild. Als Hintergrund oder Rahmen bietet sich eine ruhige Wandoberfläche oder ein dunkelgrüner pflanzlicher Hintergrund aus immergrünen Gehölzen an (und natürlich ein schneebedeckter Boden !). Die roten Triebe sind auch ein schöner Partner zu dem Winterbild der strohfarbenen China-Schilf-Horste und deren Blütenfahnen (Miscanthus sinensis).


Für Benachbarungen in der Krautschicht bieten sich im Winter attraktiv gefärbte Stauden und Gräser an:


  • Weißrand-Japan-Seggen (Carex morrowii und Sorten)
  • Bergenia-Hybriden wie ‚’David’, ’Oeschberg’ ‚’Rote Schwester’ und andere Sorten, die sich im Winter durch eine rotliche bis rot-violette Blattverfärbung auszeichnen

Fruchtschmuck

Wintergehölze: Gehölze mit Fruchtschmuck

Leuchtender Fruchtschmuck

(von oben links im Uhrzeigersinn): Berberis thunbergii (Thunberg-Berberitze) | Ilex aquifolium (Stechpalme) | Knallerbsenstrauch (Symphoricarpos albus) | Pyracantha (Feuerdorn, hier mit Jasminum nudiflorum) | Viburnum opulus (Gemeiner Schneeball) | Callicarpa bodinieri 'Profusion' (Liebesperlenstrauch) | Rosa canina (Hunds-Rose) | Crataegus 'Carrierei' (Lederblättriger Weißdorn)

Zier-Äpfel


Die Gruppe der Zier-Äpfel hat ihren Hauptauftritt im Garten im Frühjahr (Blüte) und im Herbst (Früchte). Wer sich näher mit den unterschiedlichen Zier-Apfel-Sorten beschäftigt, der kann sich den Fruchtzauber bis in die erste Hälfte des Winters verlängern. Als Faustregel gilt: Die länger haftenden und attraktiveren Früchte haben weiß blühende Zier-Äpfel.


Nachfolgend zeigen wir einige besonders gesunde Sorten (Schorfresistenz) mit lang haftenden und relativ frostbeständigen Früchten.

Wintergehölze Malus Butterball Zier-Apfel

Fruchtschmuck haftet gelegentlich bis in den Januar hinein: Zier-Äpfel, hier: Malus 'Butterball'


'Butterball'


  • Blüte: weiß
  • Früchte: apfelförmig oder flachkugelig, bis etwa 2,5 cm dick, gelb
Wintergehölze Malus Evereste Fruchtschmuck

'Evereste'


  • Blüte: weiß mit rosa Einfärbung
  • Früchte: flachkugelig, etwa 2,5 cm dick, orangerot gefärbt, auf der Sonnenseite kräftigere Färbung, Früchte mit großer Leuchtkraft


Die Sorte ’Evereste’ gilt als beste Zier-Apfelsorte, verbindet sie doch eine überreiche Blüte mit attraktiven Früchten, ist nicht schorfanfällig und zusätzlich ein guter Pollenspender auch für Apfelobstbäume.


Wintergehölze: Malus Red Sentinel Fruchtschmuck

'Red Sentinel'


  • Blüte: weiß, Knospen rosa
  • Früchte: kugelig bis flachkugelig, etwa 2 bis 2,5 cm dick; Sonnenseite kirschrot gefärbt, Schattenseite hellrot bis gelborange


Die Früchte von ’Red Sentinel’ sind wohl die frostbeständigsten und daher am längsten am Baum haftenden Früchte aller Zier-Äpfel.


 

Wintergehölze: Malus toringo Fruchtschmuck

Malus toringo


  • Blüte: weiß, Knospen zartrosa – dunkelrosa gestreift
  • Früchte: erbsenklein (max. 7 mm), gelb mit roten Stielen, sehr zahlreich; Früchte sind gut frosthart und haften daher lange


Wir kultivieren neben der Art auch die Sorte 'Brouwers Beauty'. Während die Art im Alter eine ausgesprochen breite Krone ausbildet, bleibt die breit-fächerförmige Krone der Sorte mit durchgehendem Mitteltrieb schmaler und eignet sich damit auch für kleinere Gartenräume.


Malerisch !

Strukturbildner - nicht nur zur Winterzeit

Wintergehölze

Einige Klassiker mit guter Blattstruktur für den Winter-Garten (von oben links im Uhrzeigersinn): Taxus baccata (Eibe) | Buxus sempervirens var. arborescens (Buchsbaum) | Lavandula (Lavendel) | Rot-Buche (Fagus sylvatica)

Es geht nicht darum, im winterlichen Garten eine Kuriositären-/ Exotensammlung anzupflanzen. Ebenso wichtig wie die Einsicht, dass eine überzeugende Bepflanzungsplanung schwerlich ohne Gräser vorstellbar ist, so sind im Werkzeugkasten für die Bepflanzung eines Garten auch immergrüne Gehölze unverzichtbar.


Immergrüne und Gehölze mit lange haftendem Laub wie die Rot-Buche (Fagus sylvatica)  bringen vor allem im Winter Struktur und Gerüst in den Garten.


Dies kann eine immergrüne Hecke als rahmender Hintergrund sein oder immergrüne Solitärgehölze.


Als wohl schönste und vornehmste Heckenpflanzen-Vertreter sollen hier  Eibe (Taxus baccata) und Ilex-Sorten in Arten und Sorten genannt werden - wobei Ilex als weiterer winterlichen Pluspunkt roten Fruchtschmuck bei den weiblichen Pflanzen mitbringen.

Kiefern

Wintergehölze: Pinus sylvestris und Miscanthus sinensis

Im Gegenlicht: Pinus sylvestris (Wald-Kiefer), unterpflanzt mit Miscanthus (China-Schilf)

Kiefern bilden die größte Familie unter den Nadelgehölzen.  In ihrer Vielfalt, mit häufig lockerem und sehr attraktiven Habitus und mit malerischen Kronenformen alter Exemplare vieler Arten sind Kiefern vielleicht auch die attraktivste Familie.


Kiefern lassen sich aufgrund der lichtdurchlässigen Kronen bei gleichzeitig bei zahlreichen (nicht allen !) Arten tiefgehenden Wurzeln sehr gut mit Gehölzen, Stauden und Gräsern unterpflanzen. Der teils beachtliche Nadelfall sowie der Regenschatten unter ausgewachsenen baumartigen Kiefern sind bei der Wahl und Pflege der Unterpflanzung einzurechnen. Zahlreiche Arten bilden eine schöne Schuppen- oder Plattenborke aus.


Wintergehölze: Pinus Kiefern

Attraktive Nadelgehölz-Familie: Kiefern mit ihrem teils malerischen Habitus, Schuppenborken und grünem oder grün-bläulichem immergrünen Nadelkleid bieten vielfältige Verwendungsmöglichkeiten und sind besonders wertvoll im winterlichen Garten | Foto unten rechts: fuchsrote Schuppenborke von Pinus sylvestris 'Watereri'

Beispielhaft sollen zwei besonders schöne, kleinere Mitglieder der Kiefernfamilie genannt werden


Alte Exemplare von Pinus sylvestris ’Watereri’ (Strauch-Wald-Kiefer) mit ihrer lockeren schirmförmig aufgebauten Krone sind ungemein malerisch.


Diese Kiefernart wird auch vielfach in Form geschnitten werden. So kann sie durch gezielte Herausnahme einzelner Astpartien sehr transparent erzogen werden und erinnert an eine Miniaturausgabe alter Wald-Kiefern. Mit ihrer fuchsrot gefärbten Rinde bringt sie einen zusätzlichen Farbaspekt in den winterlichen Garten.


Malerisch ist auch die zweite Kostbarkeit – die Blaue Mädchen-Kiefer (Pinus parviflora ’Glauca’). Im Gegensatz zur vorgenannten Kiefer, die in der Jugend eher breitwüchsig ist, wächst die Blaue Mädchen-Kiefer zunächst aufrecht mit kegelförmig Habitus. Später prägt sich der lockeree und malerische Habitus mit unregelmäßig angesetzen, flach ausgebreiteten Astetagen aus.


Für beide Kiefernarten gilt: Durch die bläuliche Farbe der Nadeln und das malerische Erscheinungsbild verleihen diese immergrünen Gehölze dem winterlichen Garten nicht nur Struktur, sondern eignen sich vorzüglich als Solitäre und Mittelpunkte für sonnige Stauden-, Gräser und Rosenflächen und – nicht zu vergessen – sie sind Archetypen für japanische Gartenanlagen.


Buchtipp


Jetzt schon ein Standardwerk zur Gestaltung winterlicher Gärten ist das großformatige Buch ‚Gärten im Winter – Faszinierende Farbenpracht und Formenvielfalt’ von Cédric Pollet (Ulmer Verlag). Auch wenn (noch) nicht alle dort vorgestellten Pflanzen unter unseren klimatischen Bedingungen gedeihen, ist das Buch eine hervorragende Inspirationsquelle für winterliche Pflanzenbilder.


Die Vorstellung von besonderen Winterbildern in Parks und Gärten überwiegend in Frankreich und England wird im letzten Teil des Buches durch hervorragend bebilderte Pflanzenportraits unter dem Winteraspekt wie auch mit Herbst- und 4-Jahreszeiten-Gegenüberstellungen ergänzt.

Krautschicht im Winter

Winterbild Stauden Winter-Garten

Die Krautschicht ist der letzte Baustein im winterlichen Garten – und kann als erfreuliches ‚Nebenprodukt’ vieler Bepflanzungsideen zum winterlichen Garten beitragen.


Piet Oudolf, einer der bekanntesten zeitgenössischen Gartendesigner und ein Großmeister der Pflanzenverwendung setzt nach eigenem Bekunden mittlerweile eher auf Struktur von Blüten- und Fruchtstand als auf die Blüte. Die von ihm gestalteten Pflanzungen erleben daher ihren Höhepunkt meist im September/ Oktober.


Neben den bereits erwähnten Blattschmuckstauden und Gräsern sind einige Stauden und Gräser nach ihrem ‚aktiven’ Gartenleben auch im Winter strukturstark:


Die Farbpalette getrocknete Blütenstände und Früchte reicht von perlmutt über wollweiß, strohgelb bis hin zu kastanienbraun und schwarz.


Zu den besonders erwähnenswerten winterlichen Begleitern in der Krautschicht zählen:


  • Lunaria rediviva (Silberblatt oder Mondviole) – pergamentartige perlmuttfarbige Schoten, lang haftend
  • Phlomis russeliana (Brandkraut) – etagenartig angeordnete Fruchtstände
  • Sedum in Sorten und Arten – trockene schirmrispenförmige Blütenstände verfärben sich kupferfarben bis dunkelbraun
  • Echinacea, Rudbeckia sowie einige Helianthus in Arten und Sorten (Sonnenhut, Stauden-Sonnenblume) – die Blüten sind Schmetterlingsmagneten, die im Winter dunkelbraun-schwarz verfärbte igelartige Mitte dieser Asteraceae sind lange strukturstarke ‚Knöpfe’ im winterlichen Gartenbild
  • Yucca filamentosa (Palmlilie) – eine exotisch wirkende Solitärstaude, die allerdings am besten großflächig oder rhythmisch gepflanzt in einem Sonderthema im Garten zusammen mit der graulaubiben bzw. trockenheitsliebenden Fraktion aus Stachys, Artemisia und Eryngium sowie Festuca und Stipa tenuissima im Pflanzenbild überzeugt
  • noch eine außergewöhnliche Pflanze im Wintergarten ist die Wilde Karde (Dipsacus fullonum): Die auf über 2 m hohen Stielen stehenden trockenen stacheligen Blütenköpfe dieser 2-jährigen Staude sind nicht zu übersehen

Interessante Winteraspekte aus der 'Krautschicht' (von oben links im Uhrzeigersinn): Helianthus (Staudensonnenblume) | Lunaria rediviva (Silberblatt/ Mondviole) | Dipsacus fullonum (Wilde Karde) | Aster umbellatus 'Weißer Schirm' (Hohe Sommer-Aster) | Aster ageratoides 'Asran' (Wild-Aster) | Sedum Hybride 'Matrona'  (Fetthenne) | Anemone hupehensis 'Honorine Jobert' (Herbst-Anemone) | Echinacea purpurea 'Augustkönigin' (Purpur-Sonnenhut)

Winterbild Gräser für den Winter-Garten

Sommergrüne Gräser wie Miscanthus sinensis (China-Schilf), Reitgräser (Calamagrostis in Arten und Sorten), Stipa calamagrostis (Silberährengras) sowie einige Panicum (Rutenhirse) und einige Molinia (Pfeifengras) bilden eine anhaltende Wintersilhouette mit ihren Wedeln bzw. trockenen Blütenrispen – nicht zu vergessen der Wedelkönig, das Pampasgras (Cortaderia selloana), dem allerdings ein zu strenger oder feuchter Winter den Garaus macht.


Winternässe ist auch ein gewichtiger Grund, die sommergrünen Gräser erst im zeitigen Frühjahr zurückzuschneiden. So sehen die bürstenartigen Horste vom Chinaschilf (Miscanthus) im winterlichen  

Garten nicht sehr attraktiv aus. Zusätzlich kann in die angeschnittenen röhrenförmigen Halme Niederschlagswasser eindingen, das die Pflanzen verfaulen lässt.

Sommergrüne Gräser im Winter

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Sommergrüne Gräser im Winterkleid (von oben links im Uhrzeigersinn): Calamagrostis x acutiflora 'Karl Foerster' (Garten-Sandrohr) | Cortaderia selloana 'Pumila' (Pampasgras) | Phalaris arundinacea (Rohrglanzgras)  | Miscanthus sinensis 'Ferner Osten' (China-Schilf) | Pennisetum alopecuroides 'Hameln' (Kleines Lampenputzergras) | Calamagrostis brachytricha (Diamant-Gras)

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Inh.: Bettina Stoldt, Dipl.-Ing. agr. (FH)

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